Knoten im Langlaufteam offenbar geplatzt: Künzel spurtet zu Staffel-Silber

Knoten im Langlaufteam offenbar geplatzt
Künzel spurtet zu Staffel-Silber

Mit einem furiosen Schlussspurt hat Claudia Künzel den deutschen Skilangläuferinnen bei den Olympischen Winterspielen den größten Erfolg seit drei Jahren beschert und ihre Teamkolleginnen zu Tränen gerührt.

Vier Jahre nach ihrem Triumph von Salt Lake City haben die deutschen Skilangläuferinnen bei den Olympischen Winterspielen von Turin in der 4x5-km-Staffel die Silbermedaille gewonnen. Stefanie Böhler aus Ibach, Viola Bauer aus Oberwiesenthal, Evi Sachenbacher-Stehle aus Reit im Winkl und die Oberhoferin Claudia Künzel mussten sich in der Loipe von Pragelato Plan nur den siegreichen Russinnen um exakt zehn Sekunden geschlagen geben. Bronze holte sich Italien mit einer weiteren Sekunde Rückstand.

"Durch das ganze Hickhack der letzten Tage ist diese Silbermedaille genauso viel wert wie das Gold in Salt Lake City", erklärte Evi Sachenbacher-Stehle mit rot geweinten Augen: "Jetzt habe ich es allen gezeigt. Das war meine kleine Rache." Die 25-Jährige zeigte als Antwort auf die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Hämoglobin-Schutzsperre eines der besten Rennen ihres Lebens. Nach einem Antritt am letzten Berg gab sie Künzel 12,5 Sekunden Vorsprung auf die Schlussrunde.

Mit dem zweiten Staffel-Olympiasieg in Folge vor Augen verließen Künzel jedoch zunächst die Kräfte. Sie wurde eingeholt, am letzten Berg von einem Trio um die starke Russin Jewgenia Medwedewa-Abruzzowa abgehängt und schien mit über zehn Sekunden Rückstand auf die Medaille ein Kilometer vor dem Ziel aussichtslos zurück. Während der pleitenerprobte Verbands-Präsident Alfons Hörmann nach Argumenten suchte, um einen vierten Platz schönzureden, startete Künzel jedoch ihre nicht mehr erwartete Gegenattacke gegen Bronzegewinner Italien und Schweden.

"Ich hatte schon Panik, aber dann kam diese ewig lange Zielgerade. Ich dachte, ich kämpfe um Bronze, dann war es Silber", meinte die Hobbymalerin Künzel und fügte augenzwinkernd hinzu: "Wenn das Rennen noch 100 Meter länger gewesen wäre, dann hätten auch die Russinnen Angst haben müssen."

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