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Köln nach 0:0 bei 1 860 vorn - Duisburg patzt

Randale auf den Rängen und eine enttäuschende Nullnummer im Spitzenspiel - die 2. Fußball-Bundesliga hat am 27. Spieltag keine Image-Werbung betrieben.

dpa MüNCHEN. Randale auf den Rängen und eine enttäuschende Nullnummer im Spitzenspiel - die 2. Fußball-Bundesliga hat am 27. Spieltag keine Image-Werbung betrieben.

Das torlose Unentschieden beim letzten Spiel des TSV 1 860 München im Olympiastadion half im Aufstiegskampf dem 1. FC Köln mehr als den "Löwen" weiter. Die Kölner setzten sich mit 52 Punkten wieder an die Tabellenspitze. Der punktgleiche MSV Duisburg verpasste es mit einer 0:1 (0:1)-Pleite in Trier, zum Abschluss des Spieltags Platz eins zurückerobern.

Nico Patschinski sorgte mit seinem elften Saisontreffer (18. Minute) für drei wichtige Trierer Punkte im Abstiegskampf und die Verbesserung auf Rang neun. Duisburg konnte vier fehlende Stammspieler nicht ersetzen. Vor allem im Mittelfeld zeigte der MSV keine klare Linie und nur wenig Ideen. Die wenigen Chancen entsprangen Einzelaktionen. Trier zeigte mehr Leidenschaft und behielt in einer kampfbetonten Partie auch im Powerplay des MSV klaren Klopf.

Überschattet wurde der Spieltag von Fan-Ausschreitungen in mehreren Stadien. Negativer Höhepunkt war eine Verletzung des Cottbuser Trainers Petrik Sander durch einen Feuerwerkskörper. In Aachen, Aue und Essen kam es zu Festnahmen von Randalierern. Bei den fünf Sonntag-Spielen wurde zu Spielbeginn jeweils eine Gedenkminute für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. abgehalten.

Im heißen Kampf um Platz drei fielen die "Löwen" mit 45 Punkten auf Rang vier zurück. Auf den dritten Aufstiegsrang rückte mit 46 Zählern wieder die Spvgg Greuther Fürth vor, die ihre Talfahrt mit einem glücklichen 1:0-Heimerfolg gegen den Karlsruher SC beendete. Christian Timm (26.) schoss das Tor des Tages. "Wir haben gewonnen, das war das Wichtigste", meinte der Fürther Trainer Benno Möhlmann. Ganz zufrieden war er aber nicht: "Wir haben nicht gut gespielt."

Großer Verlierer im Aufstiegsrennen war Eintracht Frankfurt. Die Hessen rutschten nach einer 2:3-Pleite beim Abstiegskandidaten LR Ahlen mit 43 Punkten hinter die punktgleichen Teams von Alemannia Aachen und Erzgebirge Aue auf Platz sechs ab. Die Aachener hatten Rot-Weiß Erfurt mit 5:1 abgefertigt, Aue gewann das von Ausschreitungen überschattete Ost-Derby gegen Cottbus mit 2:0.

Beim letzten Punktspiel im Olympiastadion fehlte den "Löwen" vor 40 200 Zuschauern für den 8. Heimsieg in Serie die Durchschlagskraft im Angriff. Die Kölner begnügten sich praktisch damit, dass bei ihnen hinten ebenfalls die Null stand. "Uns hilft das Unentschieden mehr als 1 860", sagte Trainer Huub Stevens, der die Einstellung seiner Mannschaft lobte: "Spielerisch war es aber wieder zu wenig". "Löwen"-Coach Reiner Maurer nahm das "verdiente Remis" nicht tragisch: "Wir haben weiter beste Chancen auf Platz drei." Den 19-fachen Torschützen Lukas Podolski hatte seine Abwehr im Griff.

Spannend ist auch der Abstiegskampf: Neben Ahlen feierten auch Rot-Weiß Essen und Rot-Weiß Oberhausen ganz wichtige Heimsiege. Die Essener besiegten Mitaufsteiger Dynamo Dresden mit 2:1. Der Tabellenletzte RWO zog vor allem dank der zwei Treffer von Nico Frommer (37./73.) mit einem 3:0-Heimsieg gegen den 1. FC Saarbrücken nach, bei denen Alessandro Caruso die Gelb-Rote Karte (65.) sah. Den Ahlener Erfolg gegen Frankfurt leitete Daniel Felgenhauer (26.) mit dem 650. Saisontor in Liga zwei ein. Eine weitere Heimschlappe kassierte die Spvgg Unterhaching im bayerischen Derby gegen Burghausen, für das der Slowene Marek Krejci (30.) traf.

Eine Woche nach der Randale deutscher Hooligans beim 1:0-Sieg der Nationalmannschaft in Slowenien erlebte die 2. Liga einen "Schwarzen Freitag". In Aue wurden nach der Verletzung des Cottbuser Trainers Petrik Sander zwei Männer mit Wohnsitz in Cottbus vorübergehend festgenommen. Cottbus legte Einspruch gegen die Niederlage ein. "Ich bin entsetzt, das ist die Fortsetzung von Slowenien", sagte Clubchef Dieter Krein. Sein Auer Amtskollege Uwe Leonhardt unterstellte dem Verlierer des Ost-Derbys dagegen eine "Inszenierung". In Essen wurden 20 Randalierer vorläufig festgenommen. In Aachen, wo es vor, während und nach dem Spiel gegen Erfurt zu Schlägereien kam, gab es 14 Festnahmen. Frankfurter Fans randalierten in Ahlen.

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