Königsetappe der Tour de France
Mythos L'Alpe d'Huez

Es ist der Tag, der 103 Jahre Tour de France in einem faszinierenden Konzentrat zusammenfasst, dessen wichtigste Zutat ein einziger Berg ist: Spätestens heute schlägt für die Radprofis bei der der 15. Etappe der 93. Tour de France über 187 km von Gap nach L´Alpe d´Huez die Stunde der Wahrheit.

HB GAP. Heute, nachdem die Fahrer am zweiten Ruhetag in Gap noch einmal Kräfte für die kommenden drei Kletteretappen in den Alpen sammeln konnten, müssen die Radprofis endgültig an ihre Grenzen gehen. Denn der heutige Berg ist kein gewöhnlicher Berg - es ist der Berg. Der schwierigste, der schönste, der faszinierendste - da gibt es keinen Verhandlungsspielraum, das ist ein Fakt. Den Mythos L'Alpe d'Huez in schnöde Worte zu fassen, ist kaum möglich. Vorsichtig geschätzt bevölkerte zuletzt beim Bergzeitfahren 2004 eine halbe Million Menschen diese legendären 13,8 Kilometer Steigung, die stets nur Schlussanstieg sein können, da nur eine einzige Straße hinauf ins Schwalbennest führt, dem nur im Winter und eben zur Tour de France Leben eingehaucht wird.

Und dies ist das pure Leben: 172,5 Kilometer haben die Fahrer am heutigen Tag hinter sich, den Col du Izoard (2360 Meter hoch, 14,5 Kilometer lang, 7 Prozent im Schnitt steil) und den Col du Lautaret (2058/12,1/4,4) überfahren, ehe es im beschaulichen Bourg d'Oisans, in dem schon zwei Tage vor dem Rennen der schiere Ausnahmezustand herrscht, in die größte Freiluft-Arena der Welt geht. Welch ein Übergang: Nach fast 40 Kilometern Abfahrt knickt die Straße in Bourg d'Oisans brutal nach links ab, die Fahrer prallen auf eine doppelte Wand. Bestehend zum einen aus fanatischen Radsport-Jüngern, die erst im letzten Moment eine schmale Gasse freigeben, durch die das Feld unter ohrenbetäubendem Lärm hinaufzieht; zum anderen aus der unvermittelt auftauchenden Steigung, die in den ersten drei Kilometer nie unter 10 Prozent beträgt.

Bis zur ersten Sprintwertung in Embrun, dem "kleinen Nizza der Alpen" bei Kilometer 35, können sich die Profi auf flachem Terrain noch einfahren. Danach geht es zunächst leicht bergauf, ehe bei Kilometer 86 der 2361 m hohe Izoard-Pass nach 14,5 km langem Aufstieg mit bis zu zehn Prozent Steigung überquert wird.

Es folgt die fast 20 km lange Abfahrt vom Berg der höchsten Kategorie, der bereits 31 Mal seit 1922 im Tour-Kalender steht. Nach dem zweitem Sprintpreis am Fuß des Col du Lautaret geht es 12,5 km hinauf zum Gipfel in 2058 m Höhe, einer Prüfung der zweiten Kategorie. Im Finale wartet die zweitletzte Bergankunft der Tour 2006 auf 1850 m Höhe im Ski-Mekka L´Alpe d´Huez.

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