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Köppel vermittelt in Mönchengladbach Zuversicht

Nach dem Abgang des ungeliebten Dick Advocaat hat Sympathieträger Horst Köppel wieder das Kommando beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach übernommen.

dpa MöNCHENGLADBACH. Nach dem Abgang des ungeliebten Dick Advocaat hat Sympathieträger Horst Köppel wieder das Kommando beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach übernommen.

"Ich weiß, dass es eine schwierige Aufgabe wird. Aber es wäre feige, wenn ich nein gesagt hätte. Für den Verein ist es wohl die beste Lösung", sagte Köppel nach dem ersten Training mit dem Team.

"Es ist jetzt wichtig, der Mannschaft wieder Spaß zu vermitteln. Alle Spieler können mehr als sie zuletzt gezeigt haben", befand Köppel vor dem "Schlüsselspiel" beim 1. FC Nürnberg. "Dort müssen wir punkten, um im Geschäft zu bleiben", forderte der bisherige Oberligatrainer der Gladbacher, der in dieser Saison schon einmal für ein Spiel zum Interimstrainer berufen wurde.

Mit der von vielen Fans gewünschten Lösung ist der Club allerdings noch längt nicht aus dem Schneider. Zum einen ist die Abstiegsgefahr mit dem Trainerwechsel nicht gebannt. Zum anderen steht die Vereinsführung nach der Bauchlandung mit Advocaat mächtig in der Kritik. Während Clubchef Rolf Königs eingestand, die Probleme um Advocaat teilweise unterschätzt zu haben, genießt der bei vielen Anhängern umstrittene Sportdirektor Christian Hochstätter weiterhin das Vertrauen des Präsidiums.

"Die Personalie Hochstätter ist bei uns momentan kein Thema. Ich bin 100-prozentig von ihm überzeugt", sagte Königs und dementierte, dass Ex-Borusse Stefan Effenberg als Nachfolger bereit steht. "Er macht bei uns sein Abschiedsspiel im Juli. Darum war er am Wochenende hier", sagte Königs.

Der Gladbacher Sportdirektor schließt zwar eigene Fehler nicht aus, sitzt aber fest auf seinem Stuhl. "Ich habe dem Club gegenüber eine Verantwortung. Ich stehe hier seit 23 Jahren in Lohn und Brot. Ich haue nicht ab, wenn es eng wird", sagte Hochstätter, der zum einen seit über zwei Jahren vergeblich versucht, einen Trainer fest zu installieren.

Zudem wird dem Sportdirektor eine Mitschuld an der wilden Personalpolitik in der laufenden Saison vorgeworfen. Noch während der Vorstellung von Köppel postierten sich Fans mit einem großen Spruchband vor die Gladbacher Geschäftsstelle: "Herr Hochstätter, auch ihre Zeit ist abgelaufen." Der Sportdirektor nahm es gelassen. "Ich muss mit dieser Kritik leben."

Die Gladbacher Profis wurden am trainingsfreien Tag mit der neuen Situation konfrontiert. Kapitän Christian Ziege sagte: "Advocaat hat sich immer vor die Mannschaft gestellt und die Kritik eingesteckt. Dahinter haben sich auch einige versteckt."

Für die suspendierten Spieler Marcelo Pletsch, Igor Demo und Markus Hausweiler gibt es keinen Weg zurück ins Profiteam. "Die drei Spieler werden bei den Amateuren bleiben. Dies ist ein Vorstandsbeschluss", sagte Hochstätter. Dass Köppel über die Saison hinaus erste Wahl als Cheftrainer bleibt, schlossen die Verantwortlichen nicht aus. "Diese Möglichkeit ist vorhanden", sagte Hochstätter. Köppel selbst meinte: "Man sollte nie nie sagen. Aber das steht noch in den Sternen."

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