Kombinierer hoffen auf edelmetallenen Abschluss
Jetzt kommt die Zugabe

Das Minimalziel erreicht, den Druck abgebaut und einen edelmetall-glänzenden Abschluss vor Augen: Die Nordischen Kombinierer gehen ohne jegliche Last in den olympischen Sprintwettbewerb am Dienstag. Jetzt hoffen sie auf eine Zugabe.

HB TURIN. "Wir wollten zwei Medaillen wie in Salt Lake City. Insgeheim hatte ich mit einer goldenen geliebäugelt. Beides ist aufgegangen. Jetzt kommt die Zugabe und da sind wir alles andere als chancenlos", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch, der am Dienstag den vierten Startplatz neben Einzel-Olympiasieger Georg Hettich (Schonach-Rohrhardsberg), Ronny Ackermann (Dermbach) und Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) ausspringen ließ. Sebastian Haseney aus Zella-Mehlis hatte am Ende die Nase vorn.

"Es ist eine unangenehme Situation für alle, diese ständige interne Ausscheidung. Ich bin total platt, freue mich aber jetzt auf den Wettkampf und will ihn genießen", sagte Haseney, der nur durch das Fair Play von Jens Gaiser (Obertal-Mitteltal) überhaupt die Chance zur Qualifikation bekam. Der Staffel-Zweite war eigentlich gesetzt, bot Weinbuch nach seinem Team-Einsatz aber die Ausscheidung an. "Ich will, dass der beste im Sprint dabei ist", sagte Gaiser. Am Ende fehlten ihm 5,5 Meter für seinen zweiten Einsatz. Noch bitterer kam es für Thorsten Schmitt (Furtwangen), der durch das Ausscheiden in die Rolle eines Olympia-Touristen gedrängt wurde.

Weinbuch befindet sich dagegen in einer glücklichen Lage. "Bis jetzt ist immer einer durchgekommen. Das hoffe ich auch für den Sprint", erklärte der Coach, der dieses Mal besonders Kircheisen einiges zutraut. Der Sachse zeigte stabile, weite Sprünge und seine läuferischen Qualitäten sind unbestritten. "Man kann viel erwarten für den Sprint. Wir sind alle gut drauf und haben gute Chancen, eine Medaille zu gewinnen. Ich zähle seit Jahren zu den Favoriten und will dem gerecht werden", meinte Kircheisen selbstbewusst.

Auch Georg Hettich könnte noch einmal zuschlagen. Seine Erkältung ist nahezu abgeklungen, mit seinen drei Trainingssprüngen am Montag war er zufrieden. "Ich will nicht groß rechnen. Wichtig ist, dass ich beim Springen vorn dabei bin. Eine Medaille ist mein Ziel", sagte der Schwarzwälder. Nur Ackermann war nach erneutem Materialwechsel völlig verunsichert. "Das Springen war gar nichts. Ich weiß nicht, was geht, und kann mir wohl nicht viel ausrechnen", erklärte der Doppel-Weltmeister.

Neben ihm hat Weinbuch die "üblichen Verdächtigen" auf der Rechnung. "Bei nur einem Sprung kann viel passieren. Die Norweger Moan und Tande, die Österreicher Gottwald und Bieler und der Finne Manninen sind Medaillen-Anwärter. Und dann gibt es ein paar Außenseiter", sagte Weinbuch. Zu denen gehört der Franzose Jason Lamy Chappuis. Der exzellente Springer schockte am Montag die Konkurrenz mit Flügen auf 132 und 131,5 m. Rätselraten gab es um Hannu Manninen. Der Weltcup-Gesamtsieger erschien am Sonntag und Montag nicht zum Training.

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