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Kommentar: Defensive ist Trumpf

Tschechien überzeugte im WM-Finale besonders mit einer defensiven Meisterleistung. Nicht besonders attraktiv für die eigenen Fans und alle Eishockey-Freunde, aber eben effektiv. Dem kanadischen Paradesturm mit Nash, Thornton und Gagne wurden so die Zähne gezogen.

Eigentlich sollten sie doch ein ganz tolles offensives Team sein, aber sie hätten sich einfach zurückgezogen, wunderte sich Martin Brodeur. Sie, die Tschechen, überraschten die Kanadier im Finale der Eishockey-WM mit einer taktischen Meisterleistung, verstärkten die Defensive und konterten den Titelverteidiger mustergültig aus.

Brodeur hätte es eigentlich wissen müssen. Schließlich spielt der kanadische Startorhüter in der NHL bei den New Jersey Devils, die als Maurermeister der Liga verschrien sind und nicht zuletzt deshalb dreimal den Stanley-Cup gewannen. Offensive gewinnt Spiele, Defensive Meisterschaften, sagen Amerikaner und Kanadier - und die Tschechen gaben ihnen am Sonntag in Wien Recht.

Vielleicht sollte Bundestrainer Greg Poss das Gespräch mit Vladimir Ruzicka suchen. Der tschechische Coach hatte seinen Puckzauberern ein Defensivsystem verordnet, das Poss-Vorgänger Hans Zach alle Ehre gemacht hätte. Ein vorgezogener Stürmer, die beiden anderen sicherten nach hinten ab. Nicht eben attraktiv, aber sehr effektiv.

Und Ruzicka wählte die Variante, obwohl er Jaromir Jagr statt Klaus Kathan, Martin Straka statt Daniel Kreutzer und Pavel Kubina statt Andreas Renz im Team hat - Künstler statt Arbeiter. Poss hingegen wollte, allen Eishockey-Gesetzen zum Trotz, mit der Offensive glänzen.

Obwohl die Spieler, die ihm zur Verfügung standen, weit weniger talentiert sind als die Stars der Branche. Die Lehren aus dieser WM zu ziehen, ist einfach. Wenn selbst die Besten der Besten in den wichtigen Spielen auf Defensive setzen, können die Schlechteren nicht ihr Heil in der Offensive suchen - zumal für sie fast alle Spiele wichtig sind. Da muss man nur Martin Brodeur fragen.

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