Kommentar zu Hamburgs Olympia-Bewerbung
Olympia wird zum überflüssigen Luxus

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz ist zumindest ehrlich – und stellt einen exakten Finanzplan auf. Doch der macht klar: Die hohen Kosten machen Olympische Spiele zum Luxusprojekt. Das braucht die Stadt nicht.

HamburgEines muss man Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) zugestehen: Er will nicht tricksen – und legt tatsächlich hohe Kosten für die geplanten Sommerspiele in seiner Stadt offen. 11,2 Milliarden Euro stehen auf der Rechnung, davon 7,4 Milliarden für den Steuerzahler. Doch seine Pressekonferenz zum Finanzreport dürfte als Todesstoß für die olympischen Ambitionen in die Geschichte der Stadt eingehen.

Scholz ist vorgeprescht, bevor der Bund dem Finanzplan zugestimmt hat. Dabei hat er eine harte Obergrenze für die Beteiligung seiner Stadt genannt – und den Bund mal eben mit mehr als sechs Milliarden Euro belastet. Sein Plan: Mit dem Geld würde ein neuer Stadtteil entstehen, finanziert vom Bund.

Auch wenn Berlin vor dem Bürgervotum Ende November offiziell keinen Bruch verkünden wird: Die mehr als unklare Finanzierung ist eine zu große Belastung, um in Zeiten der Flüchtlingskrise grünes Licht für das Milliardenprojekt Olympia zu bekommen. Schließlich ist Olympia in Hamburg ein Luxusprojekt. Der Stadt geht es auch ohne die Spiele wirtschaftlich und gesellschaftlich sehr gut.

Die Weigerung des Bundes, Scholz’ Überfallstrategie Folge zu leisten, bedeuten daher das sichere Aus für die Bewerbung. Denn für eine große Umplanung, etwa das Olympische Dorf kostengünstig an den Stadtrand zu verlegen, fehlt die Zeit. Im Referendum dürfte damit keine Mehrheit zustande kommen.

Und dann müsste die Bundesregierung nicht einmal offiziell den Stecker ziehen. Der Schwarze Peter läge bei Scholz. Allerdings: Mit Ablehnung in Volksabstimmungen haben Hamburgs Bürgermeister Erfahrung. Das Amt wird es den in Hamburg hoch respektierten Scholz nicht kosten – nur sein wichtigstes Projekt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%