Kopenhagen
Showdown der Staatsmänner für Olympia 2016

Olympia im Obama-Rausch: Das Muskelspiel von vier Staatsmännern wird heute in Kopenhagen die Kür des Gastgebers der Olympischen Sommerspiele 2016 entscheiden.

Wenn US-Präsident Barack Obama als mächtigster Mann der Welt um 8.45 Uhr vor die 121. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) tritt, beginnt ein zehnstündiger Schaukampf um das Spektakel Olympia. Neben Obama haben sich auch Brasiliens Luiz Inacio Lula da Silva, Spaniens König Juan Carlos samt Königin Sophia und Premierminister Jose Luis Rodriguez Zapatero sowie der neue japanische Premierminister Yukio Hatoyama angekündigt, um für ihre Kandidaten zu werben.

Die Favoriten Chicago und Rio de Janeiro sowie die zuletzt nur noch als Außenseiter gehandelten Metropolen Tokio und Madrid wollen in sieben Jahren Gastgeber der Jugend der Welt sein. Gegen 18.45 Uhr wird IOC-Präsident Jacques Rogge im schmucklosen Bella Center den Sieger in der dank Barack Obama strahlendsten Städtekür der IOC-Geschichte verkünden. "Das wird eine Millimetersache. Ein paar Stimmen werden entscheiden", prophezeit der oberste Herr der Ringe.

"Es gäbe nichts Schöneres, als wenn ich zum Ende meiner zweiten Amtszeit die Spiele in Chicago eröffnen könnte", hatte US-Präsident Obama schon im Wahlkampf im vergangenen Herbst in seiner Heimatstadt gesagt. Dort besitzt seine Familie nur wenige Blocks vom geplanten Olympiapark entfernt noch ein Haus. Im Vorjahr warb Barack Obama um die Stimmen von 305 Mill. US-Amerikanern, jetzt wirbt er um die Gunst von 105 IOC-Mitgliedern, die seinem Charme und dem seiner First Lady Michelle erliegen sollen. Dafür änderte der Präsident kurzfristig seine Pläne und kündigte den nur fünfstündigen Blitzbesuch in Kopenhagen an.

Vier Jahre nach dem grandiosen Scheitern von New York wird Barack Obama als erster amtierender US-Präsident vor eine IOC-Vollversammlung treten. "Sein Auftritt stärkt sicherlich die Bewerbung. Aber auch die drei anderen Kandidaten treten mit den höchsten Repräsentanten ihrer Länder an", meint IOC-Vize Thomas Bach, der als Chef der Juristischen Kommission für die Richtigkeit der Abstimmung ab 17.10 Uhr sorgen muss. Den 70-minütigen Abschlusspräsentationen der vier Bewerber um die Mrd.-Spiele, die zwischen fünf Mrd. Dollar (Chicago) und 14 Mrd. (Rio) kosten würden, gelten als richtungsweisend.

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