Korruptionsaffäre
MDR feuert Sportchef Mohren fristlos

Nach dem früheren Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, ist auch der Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Wilfried Mohren, wegen Schmiergeldvorwürfen fristlos entlassen worden. Beide sitzen in Untersuchungshaft.

HB LEIPZIG. MDR-Intendant Udo Reiter sagte, die Entscheidung sei nach der Auswertung der Ermittlungsakten gefällt worden. Mohren sei für den Sender "untragbar" geworden. Von Emig hatte sich der Hesseische Rundfunk bereits vorher getrennt. Mohren soll von 1997 bis 2005 rund 150 000 Euro von Firmen als Gegenleistung für die Ausstrahlung von Sportsendungen kassiert haben, darunter ein sportlich unbedeutendes Hallenfußballturnier in Halle/Saale. Außerdem soll Mohren bei Ausschreibungen von Aufträgen Firmen über die Angebote von Mitbewerbern informiert haben, so dass diese Wettbewerbsvorteile erhalten konnten.

Unterdessen hat das Amtsgericht Frankfurt am Main am Donnerstag keine Entscheidung über einen Antrag von Emig gefällt, aus der Untersuchungshaft in der hessischen JVA Weiterstadt entlassen zu werden. Gerichtssprecher Claus Ullrich sagte, der Beschluss des Ermittlungsrichters werde erst am Freitag oder Montag verkündet. Bei der Anhörung habe die Staatsanwaltschaft wegen neuer Vorwürfe die Erweiterung der Haftgründe und somit die Ablehnung der Entlassung beantragt. Emig und Mohren sitzen wegen Verdunkelungsgefahr in Haft. Der Radsportexperte Emig soll von Sportverbänden Geld für die Fernsehübertragung von Veranstaltungen gefordert haben. Die "Produktionskostenzuschüsse" wurden offenbar an Agenturen gezahlt, die von Emig kontrolliert wurde..

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