Krise der Segler
America’s Cup auf dem Trockendock

Der America's Cup, die wohl wichtigste Segel-Regatta der Welt, wirkt derzeit wie gelähmt. Wegen der Wirtschaftskrise kürzen etliche Firmen ihre Marketingetats - vielen Teams droht der finanzielle Kollaps. Als wäre das nicht genug, sorgt ein Rechtsstreit für Unruhe unter den Teams.

BERLIN. Monaco, die Stadt der Reichen und Schönen, bot Mitte Dezember zwar die richtige Kulisse, um von goldenen Zeiten im Segelsport zu träumen. So richtig Freude wollte bei den rund 300 Sportlern, Sponsoren, Regatta-Organisatoren und Journalisten beim „World Yacht Racing Forum“ jedoch nicht aufkommen. Denn die Wirtschaftskrise sowie ein Rechtsstreit zwischen zwei Mannschaften bringen derzeit den America’s Cup in arge Bedrängnis. Einige Unternehmen haben ihre Marketingbudgets bereits gekürzt – oder sich ganz zurückgezogen. „Im Moment werden viele Budgets schockgefroren“, sagt Mirko Gröschner von Jacaranda-Marketing, einer Sponsoring-Agentur, die sich auf das Segeln und den Cup spezialisiert hat.

Mit seinem Aushängeschild wackelt auch der gesamte Segelsport – dessen Aufschwung bald beendet sein könnte. Während Segeln früher ein Nischensport war, ist es mittlerweile zu einem Milliardengeschäft geworden: Alleine die letzte Auflage der America’s-Cup-Regatta 2007 im spanischen Valencia soll einen Gesamtwert von drei Mrd. Euro gehabt haben.

Wann und wie das wichtigste Rennen im Segeln wieder stattfinden kann, hängt maßgeblich von den Sponsoren ab. Im Dezember 2008 verkündete aber die angeschlagene Schweizer Bank UBS, die Zahlungen an den zweimaligen America’s-Cup-Sieger Alinghi einzustellen. Rund 25 Mio. Euro soll UBS für das Engagement als Hauptsponsor vom Team des Milliardärs Ernesto Bertarelli bezahlt haben.

Zuvor hatte auch der deutsche Automobilhersteller Audi die Kooperation mit dem dreimaligen Olympiasieger und zweimaligen America’s- Cup-Gewinner Jochen Schümann für beendet erklärt. Der Deutsche hatte zusammen mit dem Kern der America’s-Cup-Crew Team Germany eine Mannschaft auf die Beine gestellt. Der Ingolstädter Autobauer sponserte das Team mit dem Namen „Platoon“.

Audi war neben Porsche und United Internet auch Sponsor des Team Germany, das bei der für dieses Jahr angesetzten 33. America’s-Cup-Regatta in Valencia starten sollte. Die Mannschaft wurde allerdings im März des vergangenen Jahres aufgelöst, weil ein juristischer Streit zwischen Alinghi und dem US-Team BMW Oracle die Austragung des nächsten Cups auf ungewisse Zeit verschoben hatte.

Marketing-Experte Gröschner bleibt allerdings optimistisch: „Die Attraktivität des Cups als Segel-Event der Spitzenklasse wird trotz der Zurückhaltung der Sponsoren nicht verloren gehen. Wenn der juristische Streit beigelegt ist und der Cup wieder stattfindet, werden sich auch geeignete Sponsoren einfinden.“ Ähnlich sieht das Segler Schümann: „Der Top-Sport bleibt als Werbeplattform mit Sicherheit erhalten.“

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