Kritiker haben viel Stoff für Angriffe
Viel Druck auf der Schanze

Heute startet der Weltcup der Skispringer. Die deutschen Adler brauchen endlich wieder Siege, auch um den lukrativen TV-Vertrag zu verlängern.

OBERSTDORF. „Druck“, sagt Peter Rohwein, „gibt es in meinem Job immer.“ Er habe in den zwei Jahren als Skisprung-Bundestrainer gelernt, damit umzugehen. Die Oktober 2007 auslaufenden Fernseh-Verträge mit RTL bereiten ihm deshalb keine schlaflosen Nächte. Behauptet jedenfalls Rohwein vor dem Weltcup-Start heute im finnischen Kuusamo (Qualifikation). „Aber natürlich sind die Fernsehverträge ein Thema unter den Springern“, gibt der Isnyer zu.

Nach zwei Wintern ohne Weltcup-Einzelsieg geht es für Uhrmann, Spät, Schmitt & Co. darum, auf der Schanze eine gute Verhandlungsbasis für die neue TV-Verträge zu schaffen. Erfolge müssen her – im Weltcup, bei der Vierschanzentournee oder bei der Weltmeisterschaft Ende Februar in Sapporo. „Es muss im Weltcup nach oben gehen. Wir sollten drei Springer unter den Top 15 haben, immer einen unter den Top sechs und regelmäßig einen auf dem Treppchen. Und wir brauchen eine WM-Medaille“, sagte Verbandschef Thomas Pfüller.

Ansonsten könnte es Konsequenzen geben – denn der Imageverlust und sportliche Misserfolg bedroht längst auch die finanzielle Basis des Verbandes. 15 Millionen Euro kassiert der Deutsche Skiverband (DSV) dank alter Erfolge von Sven Hannawald oder Martin Schmitt jährlich.

Noch. Denn die Leistungen beim Sommer-Grand-Prix machen wenig Hoffnung auf einen neuen deutschen Seriensieger à la Hannawald oder Schmitt zu seinen besten Zeiten. „Der Sommer-Grand-Prix ist für uns insgesamt enttäuschend verlaufen. Da brauchen wir nicht rumreden", gibt Rudi Tusch, sportlicher Leiter der deutschen Springer, unumwunden zu. Dabei hatte alles so gut angefangen. Georg Späth gewann das Auftaktspringen der Serie in Hinterzarten. Um danach in der Versenkung zu verschwinden. „Der Sieg in Hinterzarten hat mich selber am meisten überrascht“, erklärt das ewige Talent. „Meine Form war alles andere als stabil.“ Zu allem Überfluss kämpft Späth derzeit auch noch mit der Umstellung von der Keramik- auf die Schneespur. Im Sommer rasen die Athleten in einer Keramikspur den Anlaufturm hinunter.

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