Kürzung der Spielergehälter
Handballklubs setzen den Rotstift an

Nach Jahren des Booms müssen deutsche Handballvereine sparen. Die explodierten Bezüge der Profis und das Abspringen von Sponsoren aufgrund der Wirtschaftskrise bringen die Vereine in eine gefährliche Schieflage. Noch dramatischer ist die Lage in der spanischen Liga: Dort ist der Markt völlig zusammengebrochen.

FLENSBURG. Seit einer Woche ist Holger Kaiser Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt – und schon muss er seine Fähigkeiten als Krisenmanager beweisen. Nein, dementiert Kaiser, der Handball-Bundesligist stehe nicht vor der Insolvenz. Der Klub werde auch „in zehn Jahren noch in der Bundesliga spielen“.

Doch die Wellen schlagen hoch im hohen Norden. Denn die Vereinsführung musste vor einigen Tagen von den Spielern eine 15-prozentige Gehaltskürzung einfordern. „Die klare Ansage war, dass der Klub Konkurs gehen würde, wenn wir nicht im Lohn runtergehen. Um den Verein zu retten, haben wir zugestimmt“, sagt der dänische SG-Kapitän Michael Knudsen.

Die Gründe dafür, warum der deutsche Meister des Jahres 2004 in eine ökonomische Schieflage geraten ist, sind vielschichtig. Industrieunternehmen wie der Hersteller von Wärme- und Kältetechnik Danfoss sowie der Mobilfunk-Ausrüster Motorola, die auch die SG unterstützten, haben ihren Flensburger Standort aufgegeben – die Auswirkungen der Finanzkrise sind greifbar. Zudem erreichte die SG erstmals seit dem Jahr 2003 nicht mehr die Champions League, was sich negativ auf die Einnahmen aus den Sponsorenverträgen und dem Ticketverkauf auswirkt.

Hinzu kommt ein grundsätzliches Problem: Die Spielergehälter sind in den vergangenen Jahren, als der Handball eine historische Hausse erlebte, explodiert. „Die Spieler verdienen viel zu viel“, sagt Kaiser. Nun folgt eine Korrektur – und das nicht nur in Flensburg.

Auch Vizemeister HSV Hamburg will rund 15 Prozent der Spielergehälter einfrieren und nur im Erfolgsfall auszahlen – die Profis wehren sich dagegen. Beim TV Großwallstadt und dem VfL Gummersbach gab es in den vergangenen Monaten große Liquiditätsprobleme, die die Vereine teilweise erst jetzt, da neue Erlöse aus Dauerkartenverkäufen und Sponsorenverträgen fließen, vorläufig stopfen können.

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