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Kugelstoßer Bartels holt Bronze, Nelson siegt

Ralf Bartels hat für die erste deutsche Medaille bei der Leichtathletik-WM in Helsinki gesorgt. Der Kugelstoßer holte sich durch 20,99m im letzten Versuch noch Bronze. Weltmeister wurde Adam Nelson aus den USA.

Kugelstoßer Ralf Bartels hat dem Deutschen Leichtathletik-Verband bei der WM in Helsinki die erste Medaille beschert. Der EM-Dritte aus Neubrandenburg wurde mit seinem letzten Stoß auf 20,99m Dritter und fing Olympiasieger Juri Belong (Ukraine) noch ab. Gold sicherte sich nach insgesamt viermal Silber bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen der US-Amerikaner Adam Nelson mit 21,73m.

"Ich zittere noch am ganzen Körper. Wahnsinn, ich kann das alles immer noch gar nicht fassen", sagte der sichtlich bewegte Bartels: "Ich hatte es im Gefühl, dass ich hier eine Medaille holen könnte." In den ersten Versuchen sei er noch zu nervös gewesen, und deshalb habe er in den letzten Durchgang alles reinlegen müssen: "Das geht oft schief, bei mir hat es heute glücklicherweise geklappt."

Mann mit eisernen Nerven

Am Ende des ersten Wettkampftages im Olympiastadion von 1952 bewies der zuvor selbstbewusste Bartels, der immerhin als Fünfter der Jahresbestenliste nach Finnland gereist war, eiserne Nerven. Vor dem abschließenden Gang in den nassen Ring fehlten ihm zwölf Zentimeter zu Bronze, doch nachdem seine Kugel zum letzten Mal ins Gras geplumpst war, riss er zuversichtlich beide Arme hoch.

Und in der Tat: Bilonog konnte nicht mehr kontern. Auch Titelverteidiger Andrej Michnewitsch (Weißrussland) blieb mit 20,74m hinter dem Deutschen zurück. Die Silbermedaille ging an den starken Niederländer Rutger Smith (21,29).

Qualifikationsweite gleich im ersten Versuch

Der Tag schien ohnehin wie geschaffen für Bartels. Gleich im ersten Versuch übertraf er am Morgen die Qualifikationsweite von 20,25 Metern, bei 20,56 Metern fiel die Kugel herunter. "Wenn ich noch zulegen kann, dann sieht es gut aus für heute Abend", sagte Bartels. Im Gegensatz zu Olympia 2004 in Athen, wo er nach gutem Vorkampf als Achter enttäuschte, konnte er sich tatsächlich wieder mal steigern, als es darauf ankam. Darüber hinaus half dem Mecklenburger der abendliche Nieselregen: "Je schlechter das Wetter, desto besser für mich. Bei Regen haben die anderen ihre Probleme, vor allem die Drehstoß-Techniker", hatte er prophezeit. Zwei "Dreher" aber hatten überhaupt keine Probleme, vor allem nicht Adam Nelson: Wie ein wild gewordener Bulle rotierte er durch den glatten Ring und legte eine beeindruckende Serie hin. Der erste Stoß war gleich der beste - am Ende hatte der 30 Jahre alte Amerikaner, der sich vor jedem Versuch aufpeitschte wie ein Besessener, dann tatsächlich sein erstes Gold. Ein Schicksal wie in Athen, als er den Sieg trotz identischer Weite (21,16m) wegen des schlechteren zweiten Versuchs an Bilonog verlor, blieb ihm erspart.

Mit seinem Husarenstück machte Nelson auch den schnellen Abgang seines Landsmanns John Godina wett. Geplagt von zahlreichen Verletzungen kam der Weltjahresbeste und Weltmeister von 1995, 1997 und 2001 in der Qualifikation nicht über die Weite von 19,54 Metern hinaus. "Mein Körper sagt: Die Saison ist zu Ende. Zu viele Teile waren kaputt", sagte der 33-Jährige, der Blessuren am rechten Fuß, an den Ellenbogen sowie an der rechten Hand beklagte. Aufgeben will Godina aber nicht: "Zwei Olympische Spiele mache ich noch mit."

© SID

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