Kurzbahn-Weltmeisterschaften
„Ruppi“ taucht wieder auf

Nach einem verkorksten letzten Jahr will der Schwimmer Thomas Rupprath in dieser Saison wieder an alte Zeiten anknüpfen. Damit dies gelingt, hat sich der vierfache Weltrekordhalter in den letzten Monaten morgens sogar zwei Stunden früher aus dem Bett gequält.

HAMBURG. Die Titel bei den Schwimmern sind längst vergeben. Den Australier Ian Thorpe rufen seine Bewunderer „Thorpedo“, Pieter van den Hoogenband ist der „fliegende Holländer“ und beim „Albatros“ denkt heute noch jeder an den früheren deutschen Weltrekordler Michael Groß.

Thomas Rupprath hängt dagegen immer noch das „Ruppi“ an, dabei ist er der erfolgreichste deutsche Schwimmer der vergangenen Jahre. Größe, Spannweite, Eleganz, all das fehlt Rupprath im Vergleich zu den Modellathleten seiner Zunft. Seine Stärken liegen in den Tauchphasen und den Wenden. Weil es auf der Kurzbahn (25 Meter) doppelt so viele davon gibt, zählt er bei den heute beginnenden Weltmeisterschaften in Schanghai zu den Favoriten.

„Ich bin halt kleiner und wendiger. Deshalb liegt mir die Kurzbahn einfach besser“, sagt Rupprath. Er hält auf der kurzen Strecke die Weltrekorde über 50m und 100m Rücken sowie über 100m Delphin und 100m Lagen. In Schanghai ist er Titelverteidiger über 50m Rücken und startet zudem über seine anderen Weltrekordstrecken.

Gold, Silber und Bronze gewann Rupprath bei der WM in Indianapolis vor zwei Jahren. „Eigentlich wollte ich auch in Schanghai wieder Weltmeister werden“, sagt er, aber dann schlug die Grippe zu: „Ich konnte eine Woche lang nicht ins Wasser, hatte Fieber, Schüttelfrost und habe zwei Kilogramm abgenommen.“ Schwierig, in den verbleibenden Tagen den Rückstand aufzuholen. „Das Ziel ist immer noch ein Titel, aber es wird mit Sicherheit schwieriger für mich. Mal schauen, wie weit mich die Krankheit nach hinten geworfen hat.“

Für Rupprath ist die WM auch eine erste Standortbestimmung nach einem verkorksten Jahr. Mit viel Euphorie im Rücken wechselte Rupprath nach den Olympischen Spielen in Athen 2004 in die Trainingsgruppe von Frank Lamodke nach Hannover, aber der Schock folgte bei der Langbahn-WM in Montreal: Platz sechs als Weltrekordler über seine Paradestrecke 50m Rücken, im Zwischenlauf raus über 50m und 100m Schmetterling, zum ersten Mal seit 1998 ohne Medaille bei einem Großereignis. „Das war milde gesagt nicht das optimalste Jahr“, gibt Rupprath zu, „die Planung hat nicht gepasst, vielleicht haben wir im Training auch ein wenig geschludert.“

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