Kurzkür-Debakel
Schwacher Lindemann verpatzt Olympia-Auftakt

Der Erfurter Eiskunstläufer Stefan Lindemann kann nach einem verkorksten Kurzprogramm eine Medaille bei den Olympischen Winterspielen abhaken.

HB TURIN. Ein nur einfach gesprungener Axel ließ den Weltmeisterschafts-Dritten von 2004 am Dienstagabend in Turin auf Rang 20 abstürzen. Kurs auf die ersehnte Goldmedaille, die am Donnerstag (19.00) in der Kür vergeben wird, nahm der russische Überflieger und dreimalige Weltmeister Jewgeni Pluschenko mit 90,66 Punkten. Zwischen diesem Traumwert und den mageren 60,52 Zählern von Lindemann lagen Welten.

"Ich stehe vor einem Rätsel, dabei hat das Einlaufen so gut geklappt", sagte der letztjährige Europameisterschafts-Dritte Lindemann, der beim Aufwärmen jeden Sprung aufs Eis brachte und auch seine Anfangskombination aus Dreifach-Flip/Dreifach-Toeloop sauber stand. Dann landete er vor rund 5000 Zuschauern aber auch noch den dreifachen Lutz auf zwei Beinen. "Diese Saison klappt gar nichts", bekannte der fünfmalige deutsche Meister.

Aus taktischen Erwägungen wollte Lindemann keinen Vierfach-Toeloop riskieren, der bei ihm noch unsicher ist. "Ich weiß wirklich nicht, woran es gelegen hat. Beim Axel habe ich gedacht, nicht schon wieder", haderte der Thüringer mit seiner Leistung. In dieser Saison hat er noch keinen einzigen richtig guten Wettkampf bestritten. "Ich will in der Kür kämpfen, irgendwann muss es doch mal wieder gehen", forderte der 25 Jahre alte Sportsoldat von sich selbst eine Steigerung. In der Kür will er einen vierfachen Sprung zeigen. "Auch wenn er im Training nicht immer klappt, muss ich etwas riskieren."

Pluschenko leistete sich zu Opernklängen aus "Tosca" von Puccini keinen einzigen Wackler. Mit einer Vierfach/Dreifach-Toelopp Kombination legte er als zweiter Starter eine exzellente Leistung vor. "Ich bin sehr zufrieden, denn mein Programm war sauber", sagte der St. Petersburger, der sich vor der Saison in München an der Leiste operieren ließ und sich mit seinem fünften EM-Titel im Januar topfit zurückmeldete.

Trotz Magenschmerzen vor dem Wettkampf war er schon beim Training morgens um 6.30 Uhr in Bestform und glänzte mit hohen Sprüngen. Nur wenn sich Pluschenko einen dicken Patzer erlaubt, haben der Amerikaner Johnny Weir (80,00) als Zweiter und der Schweizer Weltmeister Stephane Lambiel (79,04) noch eine Chance.

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