Langlauf Doping
Sachenbacher-Stehle legt Blutwerte offen

Evi Sachenbacher-Stehle hat nun ihre Blutwerte aus den vergangenen neun Jahren offengelegt. Dadurch hofft die Skilangläuferin, die gegen sie erhobene Dopingvorwürfe entkräften zu können.

Im Streit um die Blutwerte von Evi Sachenbacher-Stehle scheint weiter keine Einigung in Sicht. Die Skilangläuferin hat in der Diskussion um ihre erhöhten Blutwerte eigenes Doping vehement bestritten und zudem insgesamt 70 Werte zwischen 1997 und 2006 offengelegt. Dabei sind acht oberhalb des vom Internationalen Skiverband FIS festgelegten Hämoglobin-Grenzwertes von 16,0 Gramm pro Deziliter Blut dokumentiert. Die FIS verweigert der Staffel-Olympiasiegerin von 2002 die beantragte Ausnahmegenehmigung wegen von ihr reklamierter genetisch bedingt hoher Hämoglobinwerte.

"Ich versichere mit bestem Wissen und Gewissen, noch nie in meinem Leben durch Einnahme verbotener Mittel oder durch sonstige unlautere Methoden in irgendeiner Weise manipuliert zu haben", stellte Sachenbacher-Stehle in einer im Hauptquartier des Deutschen Skiverbandes DSV in München-Planegg verbreiteten Erklärung fest: "Auch Manipulation durch Dritte schließe ich definitiv aus."

Um ihrer Meinung nach unberechtigte Doping-Verdachtsmomente auszuschließen, beauftragte die 25-Jährige aus Reit im Winkl den leitenden DSV-Verbandsarzt Dr. Bernd Wolfarth, die vorliegenden Hämoglobinwerte offenzulegen.

Acht Grenzwertüberschreitungen in neun Jahren

Laut Wolfarth sind dem DSV derzeit 40 von der FIS gemessene Werte sowie 30 aus dem Bestand der Läuferin bekannt. Alle Werte liegen laut Wolfarth "im oberen Bereich der Norm", die bei Frauen zwischen 12,0 und 16,0 festgelegt ist. Die 70 Sachenbacher-Werte schwankten in den letzten neun Jahren zwischen 14,0 und 16,5. Achtmal wurde der gültige Grenzwert überschritten. Zuletzt bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin, wo die Läuferin deshalb mit einer Schutzsperre belegt wurde.

Zudem machte Wolfarth die Ergebnisse einer im September auf dem Dachsteingletscher auf 1 700 Höhenmetern entstandenen Testreihe öffentlich, in deren Rahmen Sachenbacher innerhalb von 48 Stunden Werte zwischen 13,5 und 15,6 offenbarte. Die erhebliche Schwankungsbreite von 6,25 Prozent vom dort festgestellten Mittelwert von 14,4 sind Hauptargument des DSV, um eine Ausnahmegenehmigung zu fordern.

Die FIS folgte dem deutschen Antrag nicht, was laut dem Geschäftsführer der Nationalen Antidoping-Agentur Nada, Roland Augustin, "zu akzeptieren" ist. "Allerdings setze ich hinter diese Schwankungen ein Fragezeichen", sagte Augustin. Wolfarth ergänzte, dass die Schwankungen bei konsequentem Höhentraining schnell zu einer Grenzwertüberschreitung führen können.

Sachenbacher: "Ich unternehme alles, um die Verdächtigungen zu entkräften"

Sachenbacher unterzeichnete eine vom DSV künftig auf freiwilliger Basis eingeforderte Athleten-Erklärung und zeigte sich damit einverstanden, dass ihre DNA hinterlegt und analysiert werden kann. "Ich unternehme alles, was mir möglich ist, um die teilweise gegen mich geäußerten Verdächtigungen zu entkräften", erklärte sie. Sachenbacher tritt am Wochenende in Gällivare/Schweden zu den ersten Distanz-Weltcuprennen des WM-Winters an.

© SID

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