Langlauf Doping
"Skandal-Coach" Mayer verklagt Rogge

Österreichs umstrittener Langlauf-Trainer Walter Mayer macht gegen das IOC mobil. Mayer hat Klage gegen Jacques Rogge und Richard Pound wegen Ehrbeleidigung und übler Nachrede eingereicht.

Langlauf-Coach Walter Mayer schlägt zurück: Der umstrittene Österreicher hat nun durch seinen Anwalt Herwig Hasslacher Klage gegen Jacques Rogge und Richard Pound eingereicht. Mayer wirft den Chefs des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und der Welt-Antidopingagentur (Wada) Ehrbeleidigung und üble Nachrede vor. Rogge soll Mayer im Zusammenhang mit der Razzia der italienischen Behörden bei den Winterspielen von Turin als den Mann bezeichnet haben, der Doping organisiert.

"Beide Klagen sind am Freitag fristgerecht beim Landesgericht für Strafsachen in Wien eingetroffen", sagte der Villacher Rechtsanwalt Hasslacher der östererrichischen Nachrichtenagentur APA. Das Gericht wird die Klagen den Betroffenen zustellen und Termine für Verhandlungen ansetzen. Laut Hasslacher drohen bei Delikten, die Rogge und Pound vorgeworfen werden, theoretisch bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe und Geldstrafen bis zu 360 Tagessätze. Mayer plant zudem noch eine zivilrechtliche Klage gegen Rogge und Pound.

Olympia-Quartier durchsucht

Mayer war wegen seiner Verwicklung in den Blutbeutelskandal bei den Winterspielen 2002 bis einschließlich der Winterspiele 2010 in Vancouver gesperrt worden. Trotzdem hatte sich Mayer als Privatperson bei den Spielen in Turin aufgehalten, ungeachtet seiner Sperre Kontakt zu österreichischen Athleten aufgenommen und in deren Privatquartier übernachtet. Daraufhin wurden die Quartiere der österreichischen Biathleten und Skilangläufer in San Sicario und Pragelato durchsucht. Das war der Auslöser für eine Doping-Diskussion um das österreichische Team, die weltweiten Wirbel auslöste.

Bei der Razzia waren Spritzen, Medikamente und Geräte zur Bluttransfusion sichergestellt worden. Parallel dazu wurden Athleten von Doping-Kontrolleuren getestet, die Proben fielen jedoch durchweg negativ aus. Das IOC hat eine Disziplinarkommission zur Untersuchung des Betrugsverdachts eingesetzt. Vorsitzender ist der deutsche IOC- Vizepräsident Thomas Bach, der Schweizer Denis Oswald und Sergej Bubka aus der Ukraine komplettieren das Gremium.

Mayer war von den Winterspielen in Turin mit seinem Auto geflüchtet und hatte bei einer Amokfahrt einen österreichischen Polizisten verletzt. Anschließend befand sich Mayer in psychatrischer Behandlung.

© SID

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