Langlauf International
FIS reagiert gelassen auf Klage im "Fall Filbrich"

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat am Dienstag seine Klage im "Fall Jens Filbrich" beim Internationalen Sportgerichtshof CAS auf den Weg gebracht. Der Internationale Skiverband FIS sieht der Klage gelassen entgegen.

Mit Gelassenheit blickt der Internationale Skiverband FIS der Klage im "Fall Jens Filbrich" vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS entgegen und sieht sich wegen der verweigerten Ausnahmegenehmigung im Recht. "Die Bedingungen dafür, dass wir bei Filbrich von einer permanenten natürlichen Höhe der Hämoglobinwerte im Grenzbereich ausgehen können, sind nach unserer Ansicht nicht erfüllt", sagte FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis am Dienstag dem sid. Blutdoping unterstelle man dem Thüringer aber ausdrücklich nicht.

Bescheid noch vor Weihnachten

Der Deutsche Skiverband (DSV) brachte am Dienstag seine Klage beim Sportgerichtshof auf den Weg. Ziel ist eine einstweilige Anordnung, um Filbrich die bislang verweigerte Sondergenehmigung für einen Start mit einem Hämoglobinwert über der Grenze von 17,0 zu ermöglichen. "Über solche Anordnungen wird laut CAS-Regelwerk rasch entschieden, wir rechnen mit einem Bescheid noch vor Weihnachten. Das wäre auch für die Regelung bei Olympia wichtig", sagte DSV-Rechtsbeistand Dr. Werner Scheuer. Möglich sei, dass dazu noch eine Anhörung stattfinde. Das anschließende Verfahren zum Fall könne dann Monate dauern.

Auslöser des Streits war eine fünftägige Schutzsperre für Filbrich, nachdem er beim Weltcup im finnischen Kuusamo mit einem grenzwertigen Hämoglobinwert von 17,0 aufgefallen war. Der Staffel-Vizeweltmeister begründet seine hohen Werte in der für den im Ausdauersport eminent wichtigen Sauerstofftransport zuständigen Substanz mit familärer Veranlagung. Ein anschließender Dopingtest war negativ.

FIS-Medizinchef Bengt Saltin waren in den letzten Jahren allerdings einige signifikante Erhöhungen der Hämoglobinwerte bei Filbrich aufgefallen: "Seine Werte sind nicht immer so hoch." Deshalb verweigert Saltin dem Deutschen auch einen Sonderstatus, den fünf Langläufer inklusive des Deutschen Franz Göring besitzen. Als Ursache für eine Erhöhung der Blutwerte kommen beispielsweise der Effekt von Höhentraining, aber auch Blutdoping mit Epo in Frage.

DSV von Unschuld Filbrichs überzeugt

Saltin gilt als erfahrener Mediziner, der beispielsweise zur Doping-Überführung von Johann Mühlegg beigetragen hat. Der DSV ist aber felsenfest von der Unschuld Filbrichs überzeugt und will ihn "zu seinem Recht verhelfen". Lewis: "Es ist das gute Recht des DSV, vor dem Sportgerichtshof zu klagen. Aber wir haben nur unser Reglement befolgt und sehen nicht, dass wir etwas Falsches gemacht haben. Ich habe großes Vertrauen in das CAS."

© SID

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