Langlauf International
ÖSV empört über Festnahme und Verhör von Tauber

Italienische Carabinieri hatten Martin Tauber (Österreich) nach dem Zieleinlauf beim Langlauf Weltcup in Cogne festgenommen und abgeführt. Der ÖSV spricht nun von einer "völlig unvertretbaren Aktion gegen Österreich".

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat mit Empörung auf die fast siebenstündige Vernehmung von zwei Skilangläufern nach dem Skilanglauf-Weltcup in Cogne reagiert. Italienische Carabinieri hatten den zehntplatzierten Martin Tauber nach dem Zieleinlauf festgenommen und abgeführt.

Die spektakuläre Aktion wurde mit Nachermittlungen der Turiner Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Doping-Razzia bei den Winterspielen im österreichischen Teamquartier begründet. Bei der jetzigen Durchsuchung von Taubers Hotelzimmer seien nach ÖSV-Angaben jedoch nur homäopathische Mittel, Vitaminpräparate und Mineralien gefunden worden.

"Der Aktive und der ÖSV haben ihre Rechtsvertreter beauftragt, gegen diese im Sport unvertretbare Aktion alle möglichen Schritte zu unternehmen. Der ÖSV wird sowohl beim Internationalen Skiverband als auch bei den italienischen Sportorganisationen die Einhaltung der gegenüber Sportlern gebotenen Fairness einfordern", erklärte der ÖSV zu der seiner Ansicht nach "völlig unvertretbaren Aktion gegen Österreich".

Nahe am körperlichen Kollaps

Tauber klagte, dass er in völlig verschwitztem Zustand ins eine Dreiviertelstunde entfernte Teamhotel zur Durchsuchung seines Zimmers gebracht worden sei. Der Teamarzt wurde nach Protesten gleich mit festgenommen, die Team-Autos wurden zwischenzeitlich beschlagnahmt. Die Untersuchung dauerte eineinhalb Stunden, danach mussten Tauber, sein Zimmerkollege Michail Botwinow und der Teamarzt noch zum Verhör zur Polizeistation. Erst 19 Uhr war die Aktion beendet, die Sportler befanden sich laut ÖSV nahe am körperlichen Kollaps. "Ich habe gefroren und durfte erst nach Stunden ein Sandwich und eine Cola zu mir nehmen", berichtete Tauber.

Die Turiner Staatsanwaltschaft hat rund zehn Monate nach den Vorfällen um den damaligen Trainer Walter Mayer öffentlich noch keine handfesten Ergebnisse vorgelegt. Es existiert lediglich ein vertraulicher Zwischenbericht für die Disziplinarkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der nicht jedoch für IOC-interne Sanktionen genutzt werden darf. Das IOC hatte erst vor wenigen Tagen die Behörden zur beschleunigten Behandlung des Falles aufgefordert.

Mayer war wegen vermuteter Blutdoping-Aktivitäten bereits während der Winterspiele 2002 durch das IOC gesperrt worden und hatte sich in Turin offiziell nur als Privatmann aufgehalten.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%