Langlauf National
Behle platzt im "Fall Sachenbacher" der Kragen

Jochen Behle scheint mit seiner Geduld am Ende. Der Skillangauf-Bundestrainer hat seinen Sportlern empfohlen die FIS zu verklagen, sollte diese Ausnahmeregelungen für zu hohe Blutwerte nicht fristgerecht ausstellen.

Skilanglauf-Bundestrainer Jochen Behle scheint im "Fall Sachenbacher" so langsam der Kragen zu platzen. Knapp eine Woche vor dem Weltcup-Auftakt am kommenden Wochenende in Düsseldorf liegt die Entscheidung des Weltverbandes über eine Ausnahmegenehmigung für Evi Sachenbacher-Stehle und Jens Filbrich für einen Start mit einem höheren Blutwert noch immer nicht vor. Im Falle der Ablehnung empfahl Behle seinen Athleten Klagen gegen die FIS.

"Die FIS verletzt ihre Fürsorgepflicht und hält Fristen nicht ein. Wir haben unseren Antrag pünktlich eingereicht und die FIS hat ihre Sechs-Wochen-Antwort-Frist schon um eine Woche überschritten", erklärte Behle. Beide Athleten hatten im Sommer an einer Belastungs-Blutstudie des Weltverbandes teilgenommen, um zu beweisen, dass ihre hohen Hämoglobinwerte genetisch bedingt sind. In diesem Fall könnte die FIS eine Ausnahmegenehmigung für einen Start über dem Grenzwert von 16,0 (Frauen) und 17,0 (Männer) erteilen.

FIS vermutet scheinbar Dopingvergehen

Offensichtlich glauben die FIS-Chefmediziner jedoch nicht an eine natürliche Veranlagung und hatten auch Dopingvergehen als Grund nicht ausgeschlossen. Man werde nie wissen, ob Sachenbacher-Stehle Blutmanipulationen durch Transfusionen begangen habe, hatte Antidoping-Fahnder Bengt Saltin erklärt.

Die Staffel-Olympiazweite Sachenbacher-Stehle war bei den Winterspielen von Turin mit einer fünftägigen Schutzsperre wegen eines zu hohen Hämoglobinwertes belegt worden. Auch Filbrich wurde bereits zweimal gesperrt. Ein hoher Hämoglobinwert kann, muss aber kein Hinweis auf Doping mit EPO oder Transfusionen mit Eigenblut sein.

Behle empfiehlt Sportlern Klage gegen Skiverband

Behle: "Ich schließe Doping in unserem Team aus. Es kann nicht sein, dass Evi nicht in Ruhe ihren Sport betreiben kann. Falls die Ausnahmegenehmigung nicht erteilt werden sollte, empfehle ich den Sportlern, ihr Recht einzuklagen."

© SID

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