Langlauf National
Behle: "Tour ist das Highlight der Saison"

Vor der am Freitag in Nove Mesto startenden Tour de Ski der Langläufer spricht Bundestrainer Jochen Behle über die Situation im deutschen Langlauf-Team: "Für uns ist die Tour das Highlight der Saison", so Behle.

Am Freitag startet im tschechischen Nove Mesto die Tour de Ski der Langläufer. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) nimmt Jochen Behle, Bundestrainer der deutschen Skilangläufer, Stellung zur Situation im deutschen Team vor der "Großen Schleife".

sid: "Haben Sie Ihren Sportlern mit Blick auf die stressige Tour de Ski zu Weihnachten freigegeben?"

Jochen Behle: "Natürlich nicht. Sie haben am 24. und 25. jeweils etwa zwei Stunden trainiert, um im Rhythmus zu bleiben. Und sie sind auch so erwachsen, dass sie die dicke Gans nur halb gegessen haben."

sid: "Mit welchen Zielen gehen Sie in die zweite Auflage des Etappenrennens?"

Behle: "Für uns ist die Tour das Highlight der Saison, und im Herrenbereich soll am Ende wieder ein Deutscher ganz oben stehen. Axel Teichmann ist sicher Favorit, und Titelverteidiger Tobi Angerer hat auch seine Chance. Aber wir haben insgesamt fünf Leute, die in der Gesamtwertung vorn eine Rolle spielen können. Hauptsache, wir verteidigen unseren Titel erfolgreich. Da werden besonders die Norweger etwas dagegen haben."

sid: "Und wie sieht es bei den Frauen aus?"

Behle: "Es gibt momentan keine absolute Leaderin. Sicher ist Marit Björgen die Favoritin. Aber auch Evi Sachenbacher ist in Topform. Sie ist zuletzt beständig unter die Top Acht im Weltcup gelaufen. Ich denke, dass sie Richtung Podest schielen kann. Aber da ist die Evi die Einzige. Bei Claudia Künzel kommen immer wieder Ausrutscher, die sich niemand so richtig erklären kann."

sid: "Waren die Sparmaßnahmen im Verband der Grund, dass Sie nur elf statt der möglichen 15 Sportler für die Tour nominiert haben?"

Behle: "Natürlich wird es finanziell günstiger, wenn man mit vier Sportlern weniger fährt. Wir haben nur die nominiert, die im Weltcup unter die Top 15 gelaufen sind. Alles andere macht für die Tour keinen Sinn."

sid: "Sind Sie traurig, dass es diesmal keine Tour-Etappe in Deutschland geben wird?"

Behle: "Natürlich ist das traurig, aber Schuld hat der Internationale Skiverband. Dort hätte man die Weichen vorher anders stellen müssen. Die Sportler wären gern vor eigenem Publikum gelaufen, und ich denke auch, dass der deutsche Tour-Hauptsponsor keine Tour de Tschechien oder Tour de Italien will. Aber ich gehe davon aus, dass Deutschland zurückkehrt."

sid: "Was sagen Sie denen, die die schwere Tour als Anreiz zum Dopen sehen?"

Behle: "Das wird immer mit dem Radsport verglichen, aber bei der Tour ist die Belastungszeit täglich sechs Stunden, bei uns ist es bei einem 20-Kilometer-Rennen höchstens eine Stunde. Das kann man einfach nicht vergleichen. Ich lege für meine Mannschaft jedenfalls die Hand ins Feuer. Unsere Erfolge sind sauber."

© SID

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