Langlauf National
"Die Tour wird ein Ereignis wie eine WM"

Jochen Behle äußert sich im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) zu der neu eingeführten Tour de Ski. Für seine Mannschaft sieht der Langlauf-Bundestrainer dabei sehr gute Erfolgschancen.

Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) nimmt Jochen Behle Stellung zur neu eingerichteten Tour de Ski und prophezeit der Sportart dadurch hervorragende Perspektiven. Auch was seine eigene Mannschaft angeht, herrscht beim Langlauf-Bundestrainer Zuversicht.

sid: "Die ersten beiden Etappen der Tour de Ski in Nove Mesto sind ausgefallen ..."

Jochen Behle: "Das war ein sehr schlechter Auftakt für diese grandiose Idee der Tour de Ski. Aber das war höhere Gewalt, und es bleiben immer noch sechs Wettkämpfe in acht Tagen. Die Chance der Sprinter hat sich durch den Wegfall eines Distanzrennens natürlich erhöht. Aber entschieden wird das Rennen sowieso am gewaltigen Schlussanstieg. Solche Belastungen hat es im Langlauf noch nie gegeben."

sid: "Was erwarten Sie von den deutschen Läufern?"

Behle: "Die Tour sollte uns wegen unseres extrem harten Trainings liegen. Wir wollen bei den Männern um den Gesamtsieg mitlaufen. Besonders ein Tobias Angerer, aber auch Axel Teichmann gehören neben dem Norweger Eldar Rönning und Anders Södergren aus Schweden zu den Favoriten. Bei den Frauen visieren wir mit Evi Sachenbacher einen Platz unter den Top Ten an, auch Claudia Künzel ist gut für die Top Ten. Favoriten sind die Norwegerin Marit Björgen oder Katerina Neumannova aus Tschechien."

sid: "Wie beurteilen Sie den Stellenwert der Tour de Ski?"

Behle: "Die Tour wird ein Ereignis, das mit der WM gleichzusetzen ist. Es wird ein Spektakel werden und könnte den Langlauf in eine neue Dimension führen. Das könnte von der Bedeutung schon Richtung Vierschanzentournee gehen."

sid: "Was wird für Sie und Ihre Langläufer bei der Tour neu werden?"

Behle: "Zum einen wird wegen der Reiserei die Logistik eine ganz wichtige Rolle spielen. Ich habe neben mir einen zweiten Chef eingeteilt, damit die Läufer keinerlei Wartezeiten haben. Dazu gibt es einen zusätzlichen, dritten Physiotherapeuten im Team. Zum anderen wird wie bei der Tour de France der Teamgedanke eine wesentlich größere Rolle spielen. Da müssen alle für einen arbeiten, der um den Sieg mitläuft."

sid: "Sie sprachen die Tour de France als Vorbild an. Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede?"

Behle: "Im Prinzip haben wir vier Einzelzeitfahren und zwei Sprints - du kannst dich also im Gegensatz zum Radsport eigentlich nie ausruhen. Ein schlechter Tag bedeutet das Ende aller Träume. Dazu kommt das Element Schnee. Wenn du einmal eine verwachste Möhre am Fuß hast, sind deine Chancen dahin. Bei uns ist natürlich auch das Umfeld längst nicht so professionell wie im Radsport. Und es werden keine Menschenmassen wie beim Anstieg nach Alpe d"Huez an der Strecke stehen. Noch nicht."

sid: "Und das Thema Doping?"

Behle: "Skilanglauf wie Radsport sind Ausdauersportarten. Natürlich habe ich mich bei der Tour de France zum Beispiel bei Landis gefragt, wie so eine übermenschliche Leistung möglich ist. Bei uns wird es bei der Tour wie überall Kontrollen geben. Meine Mannschaft ist sauber."

© SID

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