Langlauf Weltcup
Auftakt der "Tour de Ski" von Problemen belastet

Am Silvestertag im Münchner Olympiastadion geht die erste Auflage der "Tour de Ski"über die Bühne. Für die im tschechischen Nove Mesto ausgefallenen Rennen der neuen Serie wurde derweil kein Ersatzausrichter gefunden.

Die erste Auflage der "Tour de Ski" der Langläufer beginnt am Silvestertag im Münchner Olympiastadion, doch schon der Start der neuen Serie steht unter keinem guten Stern. Die am 29. und 30. Dezember geplanten Auftaktrennen im tschechischen Nove Mesto wurden dagegen wegen Schneemangels ersatzlos gestrichen. Die Wettkämpfe am 2. und 3. Januar in Oberstdorf sind ebenfalls noch nicht gesichert - und zu allem Überfluss gibt es auch noch finanzielle Probleme. In jedem Fall sinkt das Preisgeld von einer Million auf 750 000 Schweizer Franken.

"Natürlich ist das ein denkbar schlechter Start für die Tour, aber das Wetter spielt einfach gegen uns. Doch wir haben immer noch sechs Rennen in acht Tagen, und das wegen des Ausfalls um 25 Prozent reduzierte Preisgeld ist immer noch einmalig hoch", sagt Jürg Capol als Langlauf-Chef des Internationalen Skiverbandes FIS.

Nachdem die Suche nach einem Ersatzausrichter für Nove Mesto auch in Spindlermühle im Riesengebirge erfolglos blieb, beginnt die Wettkampfserie nun am Silvestertag mit einem Sprint im Münchner Olympiastadion. Nach einem Ruhetag sollen die Rennen in Oberstdorf folgen - allerdings zögert der Deutsche Skiverband (DSV) noch mit dem endgültigen Okay.

Supergau für die Tour-Idee

Da es wegen der komplizierten Wettersituation Probleme bei allen um den Jahreswechsel in Deutschland geplanten Ski-Weltcups gibt, könnte nach einem Denkmodell der in Oberhof ausgefallene Kombinierer-Wettbewerb in Oberstdorf stattfinden. Dafür müssten die wesentlich kostenintensiveren Tour-de-Ski-Rennen ausfallen. "Natürlich wäre das wie ein Supergau für die Tour-Idee, zu der wir uns verpflichtet haben. Deshalb versuchen wir alles, um alle Weltcups in Deutschland durchzuziehen", sagt DSV-Marketingchef Thomas Mayr: "Auch wenn uns die Tour-de-Ski-Langlaufrennen finanziell richtig weh tun."

Wegen der hohen Übernachtungspreise zum Jahreswechsel ist die als Imagegewinn und "Geldmaschine" erfundene Tour de Ski für den DSV und Oberstdorf ein riesiges Zuschussgeschäft. Daran sind laut Capol aber der DSV und die anderen nationalen Ausrichterverbände selbst schuld: "Die Rechte in den einzelnen Ausrichter-Ländern der Tour de Ski liegen bei den jeweiligen Verbänden. Wir könnten vielfach erfolgreicher sein, wenn wir alles in einen Topf legen und die Tour zentral vermarkten. Man muss halt nach diesem Jahr sehen, ob alle einzeln weiterwursteln wollen."

Capol hat nur zwei Hauptsponsoren für die Tour, ein dritter wollte eine halbe Million Euro zahlen, musste allerdings wegen der komplizierten Rechtesituation auf die zweite Auflage der Tour vertröstet werden.

Bei der Premiere gibt es auch in Asiago, wo am 5. Januar ein Sprint stattfinden soll, große Schneesorgen. Allerdings steht hier eine nur eine Stunde entfernte Ausweichstrecke bereit. Zumindest kein Problem für die tschechische Olympiasiegerin Katerina Neumannova - sie will mit dem Hubschrauber von einem Etappenort in den nächsten fliegen.

© SID

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