Langlauf Weltcup
Deutsche Langläufer enttäuschen in Düsseldorf

Beim Sprint-Weltcup in Düsseldorf hat Denise Herrmann als einzige Deutsche die Halbfinalläufe erreicht. Die Männer verpassten geschlossen die Qualifikation für das Viertelfinale.

Denise Herrmann hat die deutschen Skilangläufer beim Sprint-Weltcup im heimischen Düsseldorf vor einem Debakel bewahrt. Die 21-Jährige aus Oberwiesenthal schaffte als Einzige der 15 DSV-Starter den Einzug ins Halbfinale und belegte am Ende den für sie hervorragenden 12. Platz. Während die Herren um Kurzstrecken-Spezialist Josef Wenzel allesamt die Qualifikation für das Viertelfinale verpassten, konnten sich zumindest vier deutsche Frauen für die Finalläufe am Rheinufer qualifizieren.

"Insbesondere unsere jungen Damen haben heute einen sehr guten Job gemacht. Hervorragend war sicherlich die Leistung von Denise Herrmann. Mit ein wenig mehr Glück hätte sie sogar ins Finale einziehen können", sagte Bundestrainer Jochen Behle. Im Hinblick auf die enttäuschenden Leistungen der DSV-Männer fügte er hinzu: "Das haben wir uns schon anders vorgestellt, da muss man ehrlich sein. Im Teamsprint am Sonntag erwarten wir uns hier ein bisschen mehr."

Herrmann, die bei ihrem fünften Weltcup-Start überraschend ins Halbfinale eingezogen war, musste sich auf dem Weg ins Finale erst nach einem Sturz geschlagen geben. Mit Rang zwölf hat sie aber die halbe Norm für die WM in Oslo in der Tasche. "Das konnte ich so nicht erwarten, es war ein rundum gelunger Tag für mich. Natürlich bin ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden", sagte Herrmann.

Weniger glücklich verliefen die Viertelfinal-Läufe der anderen Deutschen. Großes Pech hatte Hanna Kolb (15. Platz) aus Buchenberg. Die 19-Jährige musste im zweiten Viertelfinale einer gestürzten Konkurrentin ausweichen, verlor dadurch wichtige Zeit und schied als Laufdritte knapp aus. Nicole Fessel (Oberstdorf/14.), bis dato Weltcup-Vierte, und Lucia Anger (Oberstdorf/25.) schieden ebenfalls nach dem Viertelfinale aus.

Insgesamt sprinteten in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen 127 Athleten aus 18 Nationen um Weltcup-Punkte. Bei den Frauen setzte sich auf der 900 m langen Strecke die Italienerin Arianna Follis, Sprintweltmeisterin von 2009, durch. Nicht am Start war jedoch die bislang überragende Olympiasiegerin Marit Björgen (Norwegen), die zuvor alle fünf Saisonsprints für sich entschieden hatte. Auf der 1 700-m-Strecke der Männer triumphierte der Schwede Emil Jönsson.

Dabei war das deutsche Team bereits vor Beginn des Weltcup-Wochenendes arg gebeutelt worden. Team-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl), Tobias Angerer (Vachendorf), Axel Teichmann (Bad Lobenstein) und Franz Göring (Zella Mehlis) mussten im Vorfeld krankheitsbedingt auf einen Start am Rheinufer verzichten.

Gute Nachrichten gab es derweil für die Organisatoren und Veranstalter von Seiten des Internationalen Skiverbandes FIS. Wie FIS-Renndirektor Jürg Capol am Freitag bestätigte, soll Düsseldorf für mindestens fünf weitere Jahre bis 2015 Austragungsort der Sprintrennen bleiben. Lediglich im Dezember 2012 müssen die Rheinländer möglicherweise ihren Stammplatz im Kalender für ein Jahr räumen. Für diesem Zeitraum plant die FIS Rennen in Kanada.

"Es ist einfach grandios, dass sich die FIS schon so langfristig festgelegt hat. Düsseldorf ist hinsichtlich der Organisation und des Ambientes ein absolutes Highlight im Weltcup-Kalender", kommentierte DSV-Marketingchef Stefan Krauß die Entscheidung. Der Sprint am Rhein sei während der letzten Jahre zu einem der "besten Weltcups überhaupt" gereift. Eine solche Entscheidung gebe nicht nur der Sportart Langlauf, sondern auch dem ganzen Verband einen Schub, sagte Krauß. Am Sonntag geht das Spektakel in Düsseldorf weiter, dann stehen die Teamsprints auf dem Programm.

© SID

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