Langlauf Weltcup
Sachenbacher-Stehle einziger Lichtblick in Liberec

Die deutschen Skilangläufer haben bei der WM-Generalprobe in Liberec ein Debakel im Teamsprint erlebt. Evi Sachenbacher-Stehle rettete die Ehre im Einzel mit einem vierten Platz.

Evi Sachenbacher-Stehle hat mit einem vierten Platz als einzige deutsche Skilangläuferin eine gute Leistung beim der ansonsten missratenen WM-Generalprobe in Liberec gezeigt. 0,4 Sekunden fehlten der Strahlefrau auf dem mit kleinen Steinen durchsetzten Dreckschnee-Notkurs neben der Autobahn zu einem Podestplatz. Bei den Männern war ein zwölfter Platz von Rene Sommerfeldt ein Jahr vor der Nordischen Ski-WM vom 17. Februar bis 1. März 2009 das beste Resultat.

"Unterwegs hatte ich immer wieder die Bestzeiten, aber am Ende konnte ich einfach nicht mehr. Schade, dass es nicht mit dem Podest geklappt hat", meinte Sachenbacher-Stehle nach ihrem besten Saisonrennen. Weil ihr auf der wegen Schneeproblemen auf 7,2 Kilometer verkürzten Strecke die Puste ausging, lag sie am Ende 7,4 Sekunden hinter Siegerin Astrid Jacobsen. Die Norwegerin triumphierte 0,4 Sekunden vor der Polin Justyna Kowalczyk und gewann tags darauf mit Marit Björgen auch den Teamsprint. Dort waren Stefanie Böhler/Katrin Zeller als Finalletzte auf Platz zehn die besten der enttäuschenden Deutschen.

"Sollen uns das Geld für die Skier ersetzen

Jens Filbrich/Axel Teichmann waren genau wie Sachenbacher-Stehle und Claudia-Künzel-Nystad schon im Halbfinale gescheitert. "Mit den Ergebnissen von Liberec können wir nicht zufrieden sein. Die Sportler sind müde, weil wir im Sommer zu viel trainiert haben", meinte Bundestrainer Jochen Behle. Künzel-Nystad war im Einzelrennen immerhin auf Platz zehn gelandet, nachdem sie zuvor kurzzeitig über einen Rennverzicht nachgedacht hatte: "Wenigstens sollten sie uns das Geld für die Ski ersetzen."

Viele Sportler klagten, dass die Steine im Schnee ihre Latten kaputtgemacht hätten. "Die Bedingungen hier waren nicht weltcupwürdig. Mein Ski ist richtig ausgefranst", erklärte Jens Filbrich. Gerade mal eine 1,9km lange Runde hatten die WM-Organisatoren mit Naturschnee präpariert - die Anlieferung aus einem Naturschutzgebiet hatte für Proteste von Umweltschützern gesorgt. Kunstschnee wurde nicht genügend produziert, weil in der Nacht vor dem Wettkampf passend zu den Pannen der Vortage die Wasserleitung für die Schneekanonen geplatzt war.

Das freute nur die Teamsprint-Sieger Martin Johnsrud Sundby und Simen Östensen (Norwegen) und tags zuvor den im Weltcup erstmals erfolgreichen Jena-Marc Gaillard (Frankreich). Sommerfeldt lag über eine Minute zurück: "Ich bin bester Deutscher mit großem Abstand, aber mit Platz zwölf bin ich nicht zufrieden. Man merkt, dass die Organisatoren viele Probleme im Vorfeld hatten und nicht genügend Geld, um etwas Gutes auf die Beine zu stellen." Im Gesamtweltcup bleibt Sommerfeldt mit 643 Punkten Zweiter hinter seinem tschechischen Freund Lukas Bauer (996).

© SID

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