Langlauf WM: Deutsche Damen-Staffel holt Silber

Langlauf WM
Deutsche Damen-Staffel holt Silber

Evi Sachenbacher-Stehle hat die deutsche Damen-Staffel bei der WM in Sapporo zu Silber geführt. Das Team um Schlussläuferin Sachenbacher hatte im Ziel 11,9 Sekunden Rückstand auf Sieger Finnland.

Dank einer überragenden Evi Sachenbacher-Stehle haben Deutschlands Skilangläuferinnen im WM-Staffelrennen von Sapporo die Silbermedaille geholt. Das deutsche Quartett mit Stefanie Böhler (Ibach), Viola Bauer, Claudia Künzel (beide Oberwiesenthal) und Schlussläuferin Sachenbacher hatte im Ziel 11,9 Sekunden Rückstand auf Sieger Finnland. Es war das erste Edelmetall für die deutsche Damen-Staffel seit 33 Jahren. Das Suomi-Team gewann sein erstes WM-Staffelgold seit 18 Jahren. Bronze ging an Norwegen.

Sachenbacher-Stehle mit famosem Schlussspurt

"Einfach genial. Auf Silber hatten wir gar nicht zu hoffen gewagt", erzählte Evi Sachenbacher-Stehle. Die 26-Jährige aus Reit im Winkl rannte auf ihrer 5-km-Schlussrunde noch von Platz vier nach vorn und holte dabei 50 Sekunden zur Spitze auf: "Erst habe ich die Schwedin überholt. Die blieb ja fast stehen. Und - ups: plötzlich war die Norwegerin vor mir. Probierst es mal, die auch noch einzuholen, dachte ich. Und ich musste mich gar nicht mal so anstrengen."

Gemeinsam mit Steffi Böhler (Ibach) und den beiden Oberwiesenthalerinnen Viola Bauer und Claudia Künzel-Nystad feierte Sachenbacher ausgelassen im Zielraum und kassierte nach ihrem tollen Endspurt auch Lob der unterlegenen Sprint-Weltmeisterin Astrid Jacobsen: "Erst war ich erschrocken, dann kaputt. Gegen diese Evi hatte ich überhaupt keine Chance."

Sachenbacher, hatte in Sapporo bereits im Duett mit Künzel Teamsprint-Silber gewonnen und in den beiden Einzelrennen als Vierte (15 km) und Sechste (10 km) ihre besten Saison-Resultate abgeliefert: "Als ich hier angekommen bin, wäre ich über einen 6. Platz froh gewesen, und jetzt ist das mein schlechtestes Resultat. Unglaublich."

Zielvorgabe schon erreicht

Sportchef Thomas Pfüller, der am Anfang des Rennens schon grantelte, weil Startläuferin Böhler nur als Siebte zum Wechsel kam, bejubelte am Ende das vorzeitig erfüllte WM-Ziel (siebenmal Edelmetall) und ernannte am Ende die Langläuferinnen zur "positiven Überraschung hier. Die haben schon zwei Medaillen. Damit war vor der WM nicht unbedingt zu rechnen." Jochen Behle war zumindest in dieser Frage gleicher Meinung. Der Bundestrainer fand, dass "die Mädels ihre Außenseiter-Chance maximal genutzt haben".

Im Hintergrund aber schwelte der Konflikt um die künftige Installierung eines Frauen-Bundestrainers weiter. Für Claudia Künzel-Nystad "eine sehr gute Idee", für Behle kein Thema: "Der Skiverband wird das nicht machen. Es wird keine Splittung geben."

Pfüller ist da gar nicht so sicher. "Wir werden nach der Saison ganz gründlich das Für und Wider abwägen und das Personal anschauen, das uns zur Verfügung steht", sagte der Hauptverantwortliche. Sachenbacher brachte derweil schon mal ihren Heimtrainer Wolfgang Pichler in Stellung: "Das wäre eine hervorragende Lösung. Er ist hart, aber sehr gut."

Gold-Hoffnungen ruhen auf Männer-Staffel

Für das WM-Königsrennen, die 4x10-km-Staffel der Männer, setzt Sachenbacher voll auf Gold: "Um unsere Männer mache ich mir überhaupt keine Sorgen, die gewinnen das schon." Jens Filbrich, Franz Göring, Tobias Angerer und 30-km-Weltmeister Axel Teichmann sollen für den ersten deutschen Staffelsieg seit 1974 sorgen. Damals im schwedischen Falun waren die DDR-Frauen auch Staffel-Zweite. Ein gutes Omen.

© SID

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