Langlauf WM
Deutsche Langläuferinnen laufen hinterher

Während sich Justyna Kowalczyk über ihre Gold-Medaille bei der WM in Liberec im Jagdrennen freute, sind die deutschen Starterinnen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Als Evi Sachenbacher-Stehle als Zehnte ganz weit weg von den WM-Medaillen ins Ziel lief, kündigte Cheftrainer Jochen Behle nach seiner Kritik an Frauencoach Ismo Hämäläinen auch schon Konsequenzen an. Zur Verschärfung der Krise im deutschen Skilanglauf-Lager trugen in Liberec auch die Aufgabe von Claudia Nystad nach einem Sturz im 15-km-Klassikrennen und der Rückzug von Stefanie Böhler wegen eines grippalen Infektes bei.

"Wir können uns mit diesen Resultaten nicht zufrieden geben. Wir müssen nach der WM schauen, ob wir im Training bei den Frauen etwas umstellen müssen. Warum soll das nicht auch mit Ismo gehen?", meinte Behle und fügte hinzu: "Wir müssen nachdenken, ob die Frauen nicht wie schon mal in der Vergangenheit enger mit den Männern zusammenarbeiten."

Für das 30-km-Jagdrennen der Männer am Sonntag erhofft er sich von Axel Teichmann, Tobias Angerer und Co. einen Befreiungsschlag. "Wir haben uns viel vorgenommen", so Behle. Angesagt sind allerdings 25 Zentimeter Neuschnee, so dass er zumindest in der klassischen Hälfte zu Beginn eine "Wachslotterie" erwartet.

Kowalczyk holt das erste Golf für eine polnische Skilangläuferin

Im Wettbewerb der Frauen (je 7,5km im klassischen und freien Stil) ohne auch nur ein Krümelchen Schnee von oben hatte Justyna Kowalczyk tolles Material erwischt und holte erstmals in der WM-Geschichte Gold für eine polnische Skilangläuferin. Die Oberstdorferin Katrin Zeller landete auf Rang 17.

"Überhaupt nicht nachvollziehen" konnte Behle die Entscheidung von Nystad, an einem Tag ohne Schneefall als einzige Athletin mit einem No-Wachs-Ski anzutreten. Die Olympiazweite stürzte in der ersten Runde, schaute sich dann das Rennen mit versteinerter Miene in den Armen ihres Ehemannes und schweizerischen Trainers Trond Nystad an. Den Tränen nahe sagte die Oberwiesenthalerin: "Ich bin in einer Kurve gestürzt, dann kam ich mit dem Ski überhaupt nicht zurecht."

Sachenbacher-Stehle hat "gepennt"

Sachenbacher-Stehle könne laut Behle mehr, habe dies ja auch in früheren Jahren schon bewiesen. Es müsse das Ziel sein, sie wieder an das Podest zu führen. Dahin fehlten der Olympiazweiten aus Reit im Winkl diesmal rund anderthalb Minuten.

Sachenbacher-Stehle räumte ein, auf der ersten Hälfte im klassischen Stil "gepennt" zu haben. "Da habe ich den Anschluss verpasst", sagte sie. Und versuchte für den von Behle in den letzten Tagen kritisierten Finnen Hämäläinen eine Lanze zu brechen: "Wir haben gut trainiert, hoffentlich können wir das hier noch zeigen. Ich bin durch Krankheiten zurückgeworfen worden, die Claudia müssen wir jetzt wieder aufbauen."

Über das "Rennen ihrer Träume" freute sich 26-jährige Kowalczyk. Mit 1,7 Sekunden Vorsprung auf die Norwegerin Kristin Steira sicherte sie im Endspurt den Sieg. Die Finnin Aino Kaisa Saarinen gewann vor 13 300 Zuschauern in Vesec die Bronzemedaille und somit nach dem Auftakt-Gold im Klassik-Rennen bereits ihre zweite Medaille.

© SID

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