Langlauf WM
Deutsche Staffel verpasst Medaille, Norwegen siegt

Beim Sieg der norwegischen Langlauf-Staffel bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo verpasste das deutsche Quartett über 4x10km auf Rang vier eine Medaille. Silber ging an Russland vor Schweden auf dem Bronzeplatz.

Blech statt Gold - der Angriff auf das erste Staffelgold seit 33 Jahren endete für die deutschen Langläufer mit der größten Enttäuschung der WM in Sapporo. "Wir hatten null Chance", meinte Schlussläufer Axel Teichmann frustriert.

Erstmals seit 1999 ohne Medaille

Als Vierter mit 50,5 Sekunden Rückstand überquerte das deutsche Quartett erstmals seit 1999 ohne Medaille die Ziellinie, während Champion Norwegen seinen Sprintsieger Petter Northug auf Schultern durch das Shirahatayama-Stadion trug.

"Das war zweifellos eine Enttäuschung, denn wir hatten schon mit einer Medaille gerechnet. Wir müssen einfach akzeptieren, dass andere besser waren, und unsere Fehler analysieren", sagte WM-Teamchef Thomas Pfüller und legte den Finger in die Wunde: "Man sollte nicht sofort sagen, dass es am Ski lag."

Von den Läufern wollte zwar niemand über die Skitechniker schimpfen, aber ganz offensichtlich waren die Bretter der bis dato bei der WM dominanten Deutschen nicht so schnell wie die der Norweger. Die holten nach einem Angriff von Northug am letzten Anstieg vor dem Ziel ihren vierten WM-Titel in Folge vor Russland (3,2 Sekunden zurück) und Schweden (3,5).

Göring verliert den Anschluss

Der Gold-Plan (Tobias Angerer: "Wir wollen endlich ganz oben stehen") ging nur bei Startläufer Jens Filbrich auf, der mit Kontakt zur Spitzengruppe wechselte. Dann jedoch verlor Franz Göring 22,4 Sekunden auf die drei späteren Medaillengewinner. "Das war die Vorentscheidung gegen uns. Die Drei da vorn haben danach perfekt zusammengearbeitet", meinte Chefcoach Jochen Behle.

Zwar hoffte Göring auf "die große Aufholjagd von Tobi", aber Gesamtweltcup-Spitzenreiter Angerer verlor noch mehr Zeit. "Ich will gar keine Ausreden suchen, das war einfach nicht mein Tag. Das ist schon extrem bitter", meinte der beim Angriff auf seine erste große Goldmedaille erneut gescheiterte Angerer.

Teichmann verzichtet auf Start über 50km

Axel Teichmann hatte dann eine aussichtslose Aufgabe vor sich. "Ich habe gedacht, die Hoffnung stirbt zuletzt, aber das war ein aussichtsloser Kampf gegen Windmühlenflügel", meinte Teichmann: "Wir sollten aber jetzt nicht traurig sein, weil ein Rennen in die Hose gegangen ist. Wir haben bisher grandiose Leistungen bei der WM gezeigt." Der Frust saß aber so tief, dass Teichmann gleich seinen Verzicht auf das abschließenden 50-km-Rennen am Sonntag erklärte. Auch der in Sapporo bislang mit Silber und Bronze belohnte Angerer wird möglicherweise nicht antreten.

© SID

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