Langlauf WM: Erste DSV-Medaille durch Teamsprinterinnen

Langlauf WM
Erste DSV-Medaille durch Teamsprinterinnen

Bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo darf sich das deutsche Team über die erste Medaille freuen. Im Teamsprint der Damen holten Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Künzel-Nystad Silber, Gold ging an Finnland.

Bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo haben die Langläuferinnen Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Künzel-Nystad überraschend die Silbermedaille im Teamsprint gewonnen. Nach insgesamt 6x1200 Metern mit Ziel im Sapporo Dome lag das deutsche Duo nur sieben Zehntelsekunden hinter dem neuen Weltmeister Finnland. Bronze eroberte Norwegen. Für den Deutschen Skiverband (DSV) ist es die erste Medaille bei den Titelkämpfen in Japan.

"Richtige Antwort auf Kritik"

"Ich bin überglücklich, jetzt lassen wir die Sau raus", meinte Sachenbacher-Stehle. Die Strahlefrau nutzte den Moment des mit 10 000 Euro Prämie versüßten Erfolgs zur Abrechnung mit Chefcoach Jochen Behle: "Ich habe die richtige Antwort auf seine Kritik gegeben. Es ist unfair, wenn er sagt, dass ich sportlich nicht willig bin und das noch ein paar Tage vor Beginn einer WM. Und ich hoffe, dass er in Zukunft mit mir und nicht der Presse redet."

Behle hatte kurz vor den Titelkämpfen die schwache Technik und die mangelnde Einstellung seiner Vorzeigeläuferin kritisiert. Die Olympiasiegerin und Weltmeisterin in der Staffel ("So schlecht kann ich also nicht sein") zeigte auf dem Kurs im weichen Tiefschnee eine Trotzreaktion der besonderen Art. Erst auf der Zielgerade in der gähnend leeren Halle wurde Künzel von der Finnin Virpi Kuitunen überspurtet, doch die beiden deutschen Damen lagen sich im Zielraum trotzdem restlos glücklich in den Armen.

Vor dem Start "nervös wie 14-Jährige"

"Wir waren vorher nervös wie 14-Jährige, haben beide kaum geschlafen und werden jetzt richtig feiern. Wir haben Silber gewonnen und nicht Gold verloren", meinte Künzel und küsste ihren Ehemann Trond Nystad. Die Umarmung von Sachenbacher mit Behle fiel dagegen im allgemeinen Jubeltaumel aus. Trotzdem feierte der schon von Evis Heimcoach Wolfgang Pichler kritisierte Bundestrainer ("Man muss schon an Behles Fähigkeiten als Teamführer zweifeln") die Sibermedaille als Ergebnis seiner zweifelhaften Motivationsmethode: "Die Mädels waren extrem scharf auf die Medaille. Sie ist ungemein wichtig fürs Team."

Nun will Sachenbacher auch in ihrem 15-km-Jagdrennen am Sonntag angreifen: "Eine Medaille wird schwer, aber jetzt ist nichts mehr unmöglich." Schließlich ist der Frust über den Bundestrainer noch längst nicht verraucht.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%