Langlauf WM: Filbrich holt Bronze im Marathonrennen

Langlauf WM
Filbrich holt Bronze im Marathonrennen

Langläufer Jens Filbrich hat zum Abschluss der Nordischen Ski-WM in Sapporo im klassischen 50-km-Marathonrennen die Bronzemedaille gewonnen. Gold ging an den Norweger Oddbjörn Hjelmeseth.

Erst weinte Jens Filbrich vor Freude, dann küsste er immer wieder das bronzene Metall in seiner Hand: Mit einer ungeheuren Willensleistung erkämpfte der Thüringer Langläufer am letzten Tag der Nordischen Ski-WM in Sapporo die erste Einzelmedaille seiner Karriere, "die größte meines Lebens".

Gold in einem dramatischen 50-km-Lauf gewann Odd-Björn Hjelmeset vor seinem norwegischen Landsmann Frode Estil. Tobias Angerer wurde Vierter. Bei den Damen gewann Virpi Kuitunen (Finnland) über 30km ihr drittes Gold vor den Norwegerinnen Kristin Steira und Therese Johaug, Evi Sachenbacher-Stehle belegte Rang 10.

"Diese Medaille wollte ich unbedingt"

"Ich bin so wahnsinnig stolz auf das, was ich geleistet habe. Diese Medaille wollte ich unbedingt. Ich war doch schon zweimal 4. hier", erzählte Jens Filbrich, der erst im Zielspurt von den beiden Norwegern abgehängt wurde, sich selbst aber die nötigen Meter Vorsprung vor Tobias Angerer verschaffte: "Hoffentlich kommt der Tobi nicht mehr, habe ich gedacht und mich einmal kurz umgeschaut. Da habe ich den kleinen Vorsprung bemerkt und nur noch nach vorne gestarrt, gegeben, was drin war, und auf die blöde Ziellinie gewartet."

Angerer rutschte beim entscheidenden Antritt der Norweger am letzten Anstieg mehrfach aus, und konnte die entstandene Lücke nicht mehr schließen. "Die anderen hatten einfach mehr drauf. Mir haben die letzten Körner gefehlt. Aber das war heute ein vierter Platz, auf den ich stolz bin. Vierter im 50er bei einer WM muss man erstmal werden", meinte der Bayer.

Angerer sechs Sekunden zu spät

Angerer wollte nach der Pleite des 4. Staffelplatzes unbedingt den langen Kanten in der von ihm eigentlich ungeliebten Klassischen Technik laufen, "um nach dieser bitteren Niederlage wieder aufzustehen. Das habe ich geschafft, und es war mir sehr wichtig." Angerer verpasste die dritte Einzelmedaille nach 30-km-Silber und 15-km-Bronze nur um sechs Sekunden.

Bundestrainer Jochen Behle, dessen Truppe in Shirahatayama am Rande der Millionenstadt Sapporo insgesamt sechs Medaillen und fünf vierte Plätze schaffte, befreite die 50-km-Helden (die Oberwiesenthaler Rene Sommerfeldt und Tom Reichelt waren auch lange in der Spitzengruppe und wurden gute 15. sowie 18.) im Anschluss "vom Tragen der Ski und Kisten am Flugplatz".

Die Langläufer düsten unmittelbar nach WM-Ende Richtung Tokio, wobei Biertrinken erlaubt war. "Die vertragen sowieso keins. Die legen sich höchstens im Flieger in den Gang, weil alles weh tut nach diesem schweren Rennen", meinte Behle. Und Filbrich ergänzte: "Ich war am Ende so kaputt, ich konnte nicht mal mehr die Banane greifen. Die haben sie mir einfach in den Mund gestopft."

© SID

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