Lasche Dopingkontrollen
ZDF belegt unzureichende UCI-Kontrollen

Das "heute-journal" des ZDF hat massive Verstöße des Radsport-Weltverbandes UCI gegen die gängigen Richtlinien der Welt-Doping-Agentur (Wada) bei der Tour de France belegt. Die Bilder zeigen die mangelhafte Kontrolle der zur Dopingprobe ausgelosten Fahrer direkt im Anschluss an die Etappe. Mehrere Athleten konnten sich zum Teil mit erheblicher Zeitverzögerung und ohne die vorgeschriebenen Begleitpersonen des Verbandes zu den Kontrollstellen begeben.

Die Wada-Vorschriften besagen, dass "ab dem Moment der Benachrichtigung der Athlet zu jedem Zeitpunkt unter Beaufsichtigung bleiben muss", um Manipulationen vor der Urinabgabe zu verhindern. Die UCI war auf ZDF-Nachfrage zu keiner Stellungnahme bereit.

Wada-Chef Pound kritisiert UCI

Scharfe Kritik an der UCI kam auch von Wada-Chef Dick Pound. Er halte die Kontrollen nach wie vor für zu schwach, sagte der Kanadier in einem "Stern"-Interview. "In den vergangenen Jahren lief es bei der Tour meines Wissens so: Die Radsportler werden um fünf Uhr morgens getestet, und zwar für die Etappe, die mittags startet. Bevor das Rennen losgeht, gibt es sieben Stunden lang keine Kontrolle. Und nach dem Rennen kannst du als Fahrer eine Stunde lang verschwinden und musst erst dann wieder auftauchen. Ich bitte Sie!"

Auch andere Sportarten sieht Pound sehr kritisch. Zum Beispiel den Fußball, obwohl immer wieder Spieler und Funktionäre behaupten, da sei Doping nicht sinnvoll. "Meinen die wirklich, irgendjemand glaubt das? Selbstverständlich kann man sich als Fußballer dopen", meinte der Kanadier dazu.

© SID

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