„Laureus Awards“
Federer erneut Weltsportler

Die Tennisstars dominieren den diesjährigen „Laureus Awards“, die am Abend in Barcelona vergeben worden sind. Roger Federer wandelt dabei auf den Spuren von Michael Schumacher und Tiger Woods. Ein Preis ging aber doch nach Deutschland.

HB BARCELONA. Der Tennis-Gigant ist zum zweiten Mal nacheinander Weltsportler des Jahres geworden. Als Erster nach dem Golfprofi aus den USA, der die beiden ersten „Laureus Sport Awards“ bekommen hat, wiederholte der Schweizer den Gewinn der begehrten Auszeichnung. „Das ist eine herrliche Sache. Ich freue mich riesig darüber“, sagte er am Montag bei der Gala in Barcelona, zu der auch Spaniens König Juan Carlos I. gekommen war. In einer Reihe zu stehen mit Woods und dem siebenmaligen Formel-1-Weltmeister aus Kerpen, der den seit 2000 von DaimlerChrysler und Richemont ausgelobten Preis in den Jahren 2002 und 2004 gewonnen hat, mache ihn stolz: „Größer geht es wohl nicht.“

Die Stars des Tennissports waren bei der siebten Auflage des in insgesamt zehn Kategorien vergeben „Laureus“ die großen Gewinner. Martina Hingis, die tags zuvor das Turnier in Rom gewonnen hatte und wie Federer aus der Schweiz stammt, wurde für das Comeback des Jahres ausgezeichnet. Im Spanier Rafael Nadal, der sich mit Federer auf Sand seit Wochen begeisternde Duelle liefert, sah die Jury aus 42 früheren Weltklassesportlern den besten Newcomer. Weltsportlerin des Jahres wurde die kroatische Skirennfahrerin Janica Kostelic, die mit ihrem vierten Gold in Turin mehr olympische Medaillen geholt hat als jede ihrer Konkurrentinnen.

Knapp drei Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft durfte sich die niederländische Kicker-Legende Johan Cruyff über eine besondere Ehre freuen. Die Laureus-Akademie, in der aus Deutschland Franz Beckenbauer, Boris Becker und Katarina Witt vertreten sind, zeichnete den Vizeweltmeister von 1974 und langjährigen Trainer des FC Barcelona für sein Lebenswerk aus. Mannschaft des Jahres wurde das Formel-1-Team von Renault, das die Konstrukteurs-WM gewann und im Spanier Fernando Alonso auch den Weltmeister stellte.

Für die neunfache Schwimm-Weltrekordlerin Kirsten Bruhn war der Ausflug nach Katalonien wie ein Traum, auch wenn sie den „Laureus“ für den besten Behindertensportler Rollstuhl-Marathon-Mann Ernst van Dyk aus Südafrika überlassen musste. „Allein die Nominierung war für mich wie ein Sechser im Lotto“, sagte die 36-Jährige aus Neumünster, die seit einem Motorradunfall 1991 querschnittsgelähmt ist.

Ein Preis ging aber doch nach Deutschland. Sportsoziologe Jürgen Griesbeck wurde für seine Straßenfußball-Organisation ausgezeichnet, die weltweit Kinder im Sinne des Fair Play zusammenführt. Der Tod des kolumbianischen Fußball-Nationalspielers Andres Escobar, der bei der WM 1994 in den USA ein Eigentor fabriziert hatte und danach in seinem Heimatland auf offener Straße erschossen worden war, hatte den Dozenten an der Universität in Medellin zu dieser Aktion bewogen.

Motorrad-Rennfahrer Valentino Rossi aus Italien, der zum fünften Mal in Serie Weltmeister geworden ist, wurde für seinen Sportsgeist belohnt. Nach all dem Jubel für die Preisträger wurde es schließlich ganz still im Saal, als der Preis für den Alternativ-Sportler des Jahres vergeben wurde. Drachenflug-Pionier Angelo d'Arrigio ist vor zwei Monaten mit seinem Hang-Glider tödlich verunglückt. Als „menschlicher Condor“ war der Italiener zu Berühmtheit gelangt, nachdem er in Begleitung von Condor-Vögeln die Anden überquert hatte.

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