Lehmann zeigte sich über Fan-Reaktionen „traurig"
Klinsmann zieht die Zügel an

Jürgen Klinsmann hat die misslungene Premiere der Nationalmannschaft im Stadion des WM-Eröffnungsspiels kurzerhand als "schönes Einstiegsgeschenk an den FC Bayern" abgehakt. Doch derartige Großzügigkeit wird ab sofort von ihm nicht mehr geduldet.

dpa MÜNCHEN. "Schon in Nordirland wollen wir ein erstes Zeichen setzen", kündigte der um Schadensbegrenzung bemühte Bundestrainer nach der ernüchternden 2:4 (0:2)-Niederlage gegen den deutschen Meister und Pokalsieger beim Aufgalopp für den Confederations Cup an.

Erst auf der nächtlichen Rückfahrt aus der allseits gerühmten Allianz Arena ins Mannschaftshotel hellte sich Klinsmanns Miene wieder auf. Mit den fünf Bayern-Stars um Leitfigur Michael Ballack hatte der 40-Jährige da wieder eine Mannschaft an Bord, mit der er am 4. Juni in Belfast und beim Confed-Cup (15. bis 29. Juni) höhere Ziele anstreben kann. In diesem Punkt herrschte sogar seltene Einigkeit zwischen ihm und Bayern-Trainer Felix Magath, der süffisant feststellte: "Das ist ja kein ernsthaftes Spiel gewesen, weil wir einen Großteil der Nationalmannschaft stellen."

Die Unverzichtbarkeit auf das Mittelfeld-Herzstück mit Ballack, dem spielfreudigen Sebastian Deisler, dem zweifachen Torvorbereiter Bastian Schweinsteiger und einem kämpferischen Torsten Frings war augenfälliger geworden, als es Klinsmann lieb sein konnte. "Einige von den Jungen hatten richtig Respekt vor dem FC Bayern", stellte der Bremer Stürmer Miroslav Klose überrascht fest. Der beste Mann im DFB - Dress holte nach der Pause immerhin einen Elfmeter raus, den Tim Borowski verwandelte, und traf außerdem selbst zum 2:3.

Sogar die Münchner Auswahlkicker bemühten sich nach ihrem schwungvollen Spiel mit den Toren von Deisler, Willy Sagnol, Hasan Salihamidzic und dem Eigentor von Robert Huth darum, die Gemüter zu beruhigen. "Wir haben eine gute Nationalmannschaft", meinte Deisler, fügte allerdings an: "Wir Bayern können sicher einen großen Beitrag dazu beitragen, dass wir guten Fußball spielen." Ballack empfahl ebenfalls, das 4:2 nicht überzubewerten: "Der FC Bayern ist ja auch nicht irgendwer. Wir wollten unseren Zuschauern etwas zeigen."

Die Bayern-Fans kamen sogar mehrfach auf ihre Kosten, und das nicht nur bei der Vorab-Show, dem Sieg "ihrer" Lieblinge und dem abschließenden Feuerwerk. Mit ihren unfairen Schmährufen und Pfiffen gegen Jens Lehmann erzielten sie ebenfalls Wirkung. Der Kahn-Rivale zeigte Nerven: Er patzte vor dem ersten und zweiten Tor und bot mit einem unverständlichen Bodycheck gegen Schweinsteiger eine weitere Angriffsfläche.

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