Leichtathletik DM
Hochspringerin Friedrich setzt Höhenflug fort

Hochspringerin Ariane Friedrich hat mit ihrem achten 2-m-Sprung des Jahres den Glanzpunkt bei den 108. deutschen Leichtathletik-Meisterschaften gesetzt.

Mit ihrem achten 2-m-Hochsprung des Jahres hat Ariane Friedrich für den Glanzpunkt bei den 108. deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Nürnberg gesorgt, Weltmeisterin Betty Heidler erlebte dagegen im Hammerwurf ein Debakel. Während Diskus-Ass Franka Dietzsch um ihren Olympiastart bangt, ist Deutschlands zweite Weltmeisterin fünf Wochen vor Peking total von der Rolle. "Ich brauche einen neuen Kopf, muss wieder zur Psychologin", kommentierte die Frankfurterin Heidler ihre blamablen 68,64m.

Vor 14 500 Zuschauern machten neben der knapp an 2,04m gescheiterten Weltranglistenzweiten Friedrich (Frankfurt) nur zwei weitere Athleten Medaillenambitionen für Peking deutlich. Im Diskusring siegte Vize-Weltmeister Robert Harting (Berlin) mit 66,26m ("67 bis 68m sind in Peking nötig"), im Kugelstoßen die Olympiazweite Nadine Kleinert (Magdeburg) mit 19,67m.

Dass Silber und Bronze wie bei der WM 2007 in Osaka möglich sind, untermauerte das Speerwurf-Duo nicht: Mittelmäßige 62,18m reichten Vize-Weltmeiserin Christina Obergföll (Offenburg) zum knappen Sieg über Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen/61,91).

Stabhochspringer Holzdeppe überzeugt

Auch im Stabhochsprung zeichnet sich trotz starker Leistungen in der Breite kein Edelmetall ab. In einem spannungsgeladenen Duell sicherten sich Altmeister Tim Lobinger (München/35) bei seinem neunten Titel, U20-Weltrekordler Raphael Holzdeppe (Zweibrücken/18) als große Zukunftshoffnung und der WM-Dritte Danny Ecker (Leverkusener) mit jeweils 5,75m die Peking-Tickets.

Verlierer der Normenjagd waren der EM-Zweite Thomas Blaschek (Leipzig) bei seinem vierten 110-m-Hürdentitel in Serie (13,52/Norm 13,45), der zweimalige Diskus-WM-Dritte Michael Möllenbeck (Wattenscheid) als Vizemeister mit 62,98m (64,50), der WM-Fünfte Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) als Stab-Sechster und wahrscheinlich Weitspringer Nils Winter (Leverkusen) als Zweiter mit 8,08m. Da nur einer mit B-Norm nach Peking darf, war Sebastian Bayer (Leverkusen) nach deutscher Jahresbestweite von 8,15m der Glückliche. Der Traum von Olympia in der 4x400-m-Staffel platzte auch für Ex-Europameister Ingo Schultz (Leverkusen) beim Aus im Vorlauf (47,12).

Sailer mit deutscher Jahresbestmarke

Eine deutsche Jahresbestmarke erzielte neben Bayer auch Verena Sailer (Fürth) als 100-m-Siegerin in 11,28 Sekunden. Den Titel bei den Männern holte Tobias Unger (Kornwestheim), der als Olympiafinalist auf die 200m verzichtet, in 10,20. Über 100m Hürden verpasste Titelverteidigerin Carolin Nytra (Bremen) ihre deutsche Saisonbestzeit in 12,87 knapp.

Star des Tages war Ariane Friedrich, die 2008 nur von Kroatiens Weltmeisterin Blanka Vlasic (2,06) übertroffen wurde. "Ich sehe mich weiter nur als Bronzekandidatin", meinte die 1,78m große Athletin, die Trainer Günther Eisinger mit einem Sturz beim Einspringen geschockt hatte: "Ich habe Einblutungen an beiden Knien, aber sagte mir: Es sind deutsche Meisterschaften und es geht um Olympia - scheiß drauf."

© SID

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