Leichtathletik DM
Speerwerferin Obergföll bei Regen-Gala in Topform

Speerwerferin Christina Obergföll hat bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Erfurt ihre Goldambitionen unterstrichen. Drei Wochen vor der WM in Osaka erreichte die 25-Jährige eine Weite von 66,59m.

Bei Dauerregen und Donnergrollen hat Christina Obergföll im Speerwurf ein Ausrufezeichen gesetzt. Die 66,59m der Offenburgerin vier Wochen nach ihrem Europarekord (70,20) waren bei widrigen Bedingungen in Erfurt das Glanzstück am ersten Tag der 107. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. Trauriger Höhepunkt der Regen-Gala: Der Stabhochsprung musste am 30. Geburtstag von Hallen-Europameister Danny Ecker (Leverkusen) abgebrochen und auf Sonntag verschoben werden.

"Ich hätte gedacht, dass es bei diesem Wetter nicht so weit geht. Die Schuhe waren nass, der Belag rutschig", meinte die WM-Zweite Christina Obergföll, die in Abwesenheit der verletzten Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen) mit einem gültigen Versuch zufrieden sein musste. Im rund 70-köpfigen Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die WM in Osaka, das am Dienstag veröffentlicht wird, ist die 25 Jahre alte Studentin die große Goldhoffnung.

Petra Lammert dominiert Kugelstoßen

Vor 5 000 Zuschauern im Steigerwaldstadion lieferte auch eine zweite deutsche Weltranglisten-Erste Hochleistung bei Dauerregen. Die Kugel von Petra Lammert (Neubrandenburg) schlug bei 19,30m in den Rasen, auf die drei restlichen Versuche verzichtete sie: "Es bestand die Gefahr von Aquaplaning", meinte die EM-Dritte scherzhaft. Mit 17,90m verlor die Magdeburger Olympiazweite Nadine Kleinert ein ungleiches Duell.

Die 100-m-Finals endeten wie erwartet mit dem ersten Titel für U23-Europameisterin Verena Sailer (Fürth/München) in 11,39 und überraschend mit dem zweiten Titel für den Wattenscheider Alexander Kosenkow in 10,35 Sekunden. Beide haben mit den 4x100-m-Staffeln bereits das WM-Ticket in der Tasche. 200-m-Favorit Tobias Unger (Kornwestheim) hatte das Finale durch zu frühes Abstoppen im Vorlauf verpasst.

Carolin Nytra verpasst WM-Ticket

Im Hürdensprint dominierte der Leipziger EM-Zweite Thomas Blaschek in 13,58, bei den Frauen reichte es nach dem Saisonabbruch vom Kirsten Bolm (Mannheim) für Siegerin Carolin Nytra (Bremen/13, 24) nicht zum WM-Ticket. Dieses sicherte sich über 400m Hürden durch die zweite Norm Ulrike Urbansky (Erfurt/55,44) bereits im Vorlauf.

Trotz Adduktorenproblemen wurde Europacupsieger Filmon Ghirmai (Tübingen) zum fünften Mal Hindernismeister, denn Steffen Uliczka (Kiel) verlor den Titel wegen regelwidriger Technik. Verzichtet auf Osaka hatte bereits vor Wochen Sabrina Mockenhaupt (Köln), die zum siebten 5 000-m-Titel lief.

Osaka ohne Ex-Weltmeister Karsten Kobs

Im Diskuswerfen der Männer ist Robert Harting (Berlin/63,79m) der erste deutsche Meister seit 1992, der nicht Lars Riedel (Saison abgebrochen) oder Michael Möllenbeck (Wattenscheid/2.) heißt. Wie beide hatte auch Hammerwurf-Sieger Markus Esser (Leverkusen/78,48) das WM-Ticket schon sicher, doch hinter ihm dürfte Ex-Weltmeister Karsten Kobs (Dortmund/75,61) Osaka endgültig verpasst haben.

Zwei Springerinnen hüpften auf den WM-Express. Zum zweiten Mal schaffte Ariane Friedrich (LG Frankfurt/1,93) die B-Norm, die auch Katja Demut (Jena) vor ihrem Dreisprungsieg mit 13, 91m schon besaß.

© SID

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