Leichtathletik DM: Unger muss um Ticket für Hallen-WM bangen

Leichtathletik DM
Unger muss um Ticket für Hallen-WM bangen

Trotz seiner großen Erfolge für den DLV ist Tobias Unger nicht für die Hallen-WM in Moskau gesetzt. Will der frühere Hallen-Europameister dennoch nach Russland reisen, muss er über die ungeliebte 60-m-Strecke überzeugen.

Tobias Unger kann sich bei der Nominierung für die Hallen-WM in Moskau (10. bis 12. März) nicht auf seinen Meriten ausruhen. Der Hallen-Europameister und Deutschlands Leichtathlet der letzten beiden Jahre muss am Wochenende in Karlsruhe bei den 53. Deutschen Hallen-Meisterschaften um die WM-Norm über 60m (6,60 Sekunden) kämpfen. Zumindest muss der 26-Jährige gute Leistungen zeigen, die seine Nominierung rechtfertigen würden.

Pech für Unger, dass seine Spezialstrecke über 200m, auf der er 2005 bei der EM in Madrid erfolgreich war, aus dem Programm der Hallen-Welt- und Europameisterschaften genommen wurde. Auf der 60m- Strecke ist er keinesfalls gesetzt, da er in diesem Winter mit einer Bestzeit von 6,72 Sekunden lediglich Fünfter der deutschen Rangliste ist.

Auch auf eine Sonderregelung des Deutschen Leichtathletik Verbands kann der Kornwestheimer nicht hoffen: "Wir haben immer gesagt, wir werden erst nach den Deutschen Meisterschaften entscheiden, wen wir mitnehmen", machte der leitende Bundestrainer Jürgen Mallow deutlich. Um nominiert zu werden, müssen die Athleten entweder die Norm erfüllen, oder aber eine berechtigte Perspektive für die Wettkämpfe vorweisen. "Es ist sicher nicht so, dass Unger über 60m zu den Medaillen-Kandidaten zählen würde. Außerdem hat er selbst einen so hohen Anspruch an sich, dass er nicht einfach nur dabei sein will", so Mallow weiter.

Zunächst hatte Ungers Trainer Micky Corucle versucht, seinen Schützling auch über die kürzere Distanz erfolgreich zu machen, jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Nun gibt Corucle wieder die 200m als Ungers Paradedisziplin an: "Jetzt ist Tobias wieder 200-m-Läufer. Wir haben aufs falsche Pferd gesetzt. Das war nicht mehr Tobias Unger. Er darf sich nicht kaputt machen und der WM-Form hinterherlaufen."

Selbst wenn Tobias Unger nicht die Reise in die russische Hauptstadt antreten darf, wird der DLV noch einige heiße Eisen im Feuer haben. Von den rund 17 bis 18 Athleten, die nach Medaillen jagen werden, gelten besonders die Stabhochspringer und der Kugelstoßer Ralf Bartels, WM-Dritter von Helsinki im Freien, als großer Hoffnungsträger der deutschen Delegation. Den Stabhochspringern stehen in Karlsruhe noch harte Ausscheidungskämpfe bevor. Weltranglisten-Zweiter Tim Lobinger (5,82m) muss sein Ticket erst noch gegen Fabian Schulze (5,75m), Björn Otto und Lars Börgeling (beide 5,70m) verteidigen.

© SID

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