Leichtathletik DM
Wettlauf um Olympia-Tickets bei DM in Nürnberg

Bei der heute startenden Leichtathletik-DM in Nürnberg kämpfen die Athleten einmal mehr um ihr Olympia-Ticket. Besonders in der Stabhochsprung-Konkurrenz wird es spannend.

35 Tage vor Olympia fehlt Deutschlands Vorzeige-Leichtathletin Franka Dietzsch bei den heute ausgetragenen deutschen Meisterschaften in Nürnberg. "Seit eineinhalb Wochen macht mein linker Fuß verstärkt Probleme. Ich bin einfach noch nicht wieder so weit", sagt die dreimalige Diskus-Weltmeisterin und meint im Hinblick auf Olympia: "Wenn die Medaillenform Anfang August nicht da ist, bleibe ich zu Hause, trotz Zusage des Deutschen Olympischen Sportbundes, mich auch ohne Norm am 15. Juli zu nominieren."

25 Athletinnen sind bereits durch den Dosb für Peking nominiert. Darüber hinaus haben 34 weitere laut Jürgen Mallow, Cheftrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), die Nominierungskriterien erfüllt. "Ich rechne mit 60 bis 65", sagt Mallow zur erwarteten Größe des DLV-Teams, das sich schwer tun wird, bei Olympia ähnlich wie bei der WM 2007 in Osaka zwei Titel und sieben Medaillen zu holen.

Nürnberg muss nicht für alle die letzte Chance sein. Mallow, der bei der DM nicht nur im Stabhochsprung mit 13 Olympiakandidaten für sechs Tickets (Männer/Frauen) reizvolle Duelle erwartet, sieht "für zwei bis fünf Athleten" noch bis 14. Juli eine nachträgliche Qualifikationschance, bevor der Dosb einen Tag später das deutsche Peking-Team komplettiert. Zum Kreis dieser Athleten gehört auch 10 000-m-Europameister Jan Fitschen (Wattenscheid), der angesichts der Achillessehnenprobleme die Entscheidung über den DM-Start auf Freitag vertagte.

Hammerwerferin Betty Heidler nach Europacup-Pleite hochmotiviert

Rund ein halbes Dutzend Athleten hat in Nürnberg noch die Chance, das Ticket zu buchen. Darunter befindet sich ein Trio, das schon etliche Medaillen gewann: Mindestens 17m schaffen muss der frühere Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek (Leverkusen). 64,50m sind im Diskusring Richtmaß für den zweimaligen WM-Dritten Michael Möllenbeck (Wattenscheid) und 13,45 Sekunden über 110m Hürden für den EM-Zweiten Thomas Blaschek (Leipzig). Hinzu kommt der EM-Vierte Markus Esser (Leverkusen), der 78,50m mit dem Hammer schaffen muss.

Hochmotiviert am Start ist nach ihrem Europacup-Fehlschlag (6.) im Hammerwerferin dagegen die zweite deutsche Weltmeisterin Betty Heidler. "Ich will meine Saisonbestleistung steigern", sagt die Frankfurterin. Gleich zwei Medaillenhoffnungen für Peking treffen im Speerwurf aufeinander. "Steffi Nerius kann immer 65m werfen, aber ich werde am Ende vor ihr liegen", formuliert die WM-Zweite Christina Obergföll (Offenburg), zuletzt nur Fünfte beim Europacup, die Kampfansage an Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen).

Ecker und Lobinger unter Druck

Weltklasse verspricht im Kugelstoß-Ring auch Nadine Kleinert (Magdeburg), neben Nerius einzige deutsche Medaillengewinnerin (jeweils Silber) beim DLV-Fiasko von Athen 2004. Ihre größte Rivalin Petra Lammert (Neubrandenburg), 2006 EM-Dritte, beendete die Saison nach einem Trainingsunfall ebenso wie Kirsten Bolm (Mannheim), die von Achillessehnenproblemen geplagte EM-Zweite über 100m Hürden.

Die Achillessehne zwickte zuletzt auch den WM-Dritten Danny Ecker (Leverkusen), der ähnlich wie der zweite deutsche 6-m-Springer Tim Lobinger (München) Gefahr läuft, im Kampf von sieben Rivalen das Peking-Ticket zu verpassen. Die Konkurrenz aufgemischt hat zuletzt Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) mit dem U20-Weltrekord von 5,80m. Doch wie bei den Frauen, wo ein Sextett um ebenfalls drei Tickets kämpft, fehlt trotz guter Breite die Medaillenhoffnung.

© SID

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