Leichtathletik Doping
DLV erwägt Löschung aller deutschen Rekorde

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) denkt offenbar über die Löschung aller deutschen Rekorde nach. Momentan lässt der Verband die Rekordlisten auf eine mögliche Dopingvergangenheit der Rekordhalter überprüfen.

Die Löschung aller deutschen Rekorde wird vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) offenbar nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. Im Moment lässt der Verband die Rekordlisten auf eine mögliche Dopingvergangenheit der Rekordhalter von einer Kommission überprüfen. "Am Ende dieses Prozesses kann es durchaus dazu kommen, dass es zu einer Löschung aller Rekorde kommt. Doch das wäre dann nicht nur eine juristische Frage, sondern vor allem eine sportpolitische Entscheidung", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop der Netzeitung.

Sein Verband setzte die fünfköpfige Prüfungskommission im Oktober 2005 ein, nachdem Ex-Sprinterin und Weitspringerin Ines Geipel die Streichung ihres Namens aus den Rekordlisten beantragt hatte. Hintergrund ihrer Forderung ist das Zwangsdoping in der DDR. DDR-Dopingopfer Geipel wird seit 1984 unter ihrem Mädchennamen Schmidt mit der Staffel des SC Motor Jena (Schmidt, Wöckel, Auerswald, Göhr) als 4x100-m-Rekordlerin geführt (42,20 Sekunden/Erfurt). Bei der gerade laufenden Prüfung geht es nun um alle Rekorde, egal, ob in Ost oder West aufgestellt.

Vorschlag von Digel fand keine Mehrheit

Eine grundsätzliche Lösung des Problems vermeintlicher Dopingrekorde hatte der DLV 1999 auf dem Kongress des Leichtathletik-Weltverbandes Iaaf präsentiert. Danach sollten alle bis 31. Dezember 1999 erzielten Bestleistungen als Jahrhundertrekorde deklariert werden. Für den 1. Januar 2000 war dann der Beginn einer neuen Rekord-Zeitrechnung vorgesehen. Doch der Vorschlag des damaligen DLV-Präsidenten Helmut Digel fand bei den anderen Iaaf-Mitgliedsländern keine Mehrheit.

© SID

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