Leichtathletik Doping
DLV hofft nach Chambers-Geständnis auf Medaille

Der Brite Dwain Chambers hat am Samstag öffentlich die Einnahme der leistungssteigernden Substanz THG eingestanden. Damit darf sich die deutsche Sprintstaffel drei Jahre nach der EM Chancen auf die Bronzemedaille machen.

Neue Wendung im Fall Dwain Chambers: Der wegen Dopings bis August 2006 gesperrte britische 100-m-Europameister hat am Samstag erstmals öffentlich die Einnahme der leistungssteigernden Substanz THG (Tetrahydrogestinon) eingestanden und damit den Weg zu einer nachträglichen deutschen EM-Medaille wahrscheinlicher gemacht.

"Ich habe THG 2002 genommen, wusste allerdings nichts über die Wirkung", erklärte Chambers in einem Interview mit der Fernsehanstalt BBC. Der 27-Jährige räumte ein, er habe die verbotene Substanz 18 Monate vor dem positiven Test am 1. August 2003 in Saarbrücken eingenommen. Demnach war er nicht erst beim 4x100-m-Silber der WM 2003 in Paris (bereits aberkannt), sondern höchstwahrscheinlich auch den zwei EM-Siegen 2002 in München gedopt.

DLV-Staffel darf hoffen

Sein Geständnis, das Chambers noch einmal offiziell gegenüber dem nationalen, europäischen oder internationalen Verband bestätigen müsste, könnte den Weg zur Revidierung der EM-Ergebnisse und somit zu einer nachträglichen deutschen Medaille ebnen. Chambers hatte in München nicht nur die 100m vor dem Portugiesen Francis Obikwelu, Darren Campbell (ebenfalls Großbritannien) und dem Ungarn Roland Nemeth gewonnen, sondern auch mit der britischen Staffel vor der Ukraine, Polen und Deutschland Gold geholt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat vor exakt einem Jahr bereits die Klärung der Medaillenfrage beantragt.

Chambers meinte gegenüber BBC hinsichtlich der THG-Einnahme. "Es wurde mir in flüssiger Form verabreicht. Ich war misstrauisch, habe die Einnahme aber trotzdem nicht gestoppt." Mit dem Mittel habe ihn Victor Conte, mittlerweile inhaftierter Chef des skandalumwitterten kalifornischen Balco-Labors, versorgt.

Erstes Treffen Anfang 2002

Conte hatte vor einem Jahr erklärt, er habe Chambers schon seit Anfang 2002 regelmäßig mit Dopingmitteln versorgt: "Ich traf Dwain im Januar 2002 und gab ihm gleich die volle Enchilada: "The Clear", Insulin, Epo, Wachstumshormone, Modafinil sowie eine Testosteronsalbe, die ich gerade zu nutzen begonnen hatte, und die bei keiner der üblichen Dopingkontrollen auffiel."

© SID

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