Leichtathletik Doping
FIS-Medizinchef warnt vor Risiko bei Gendoping

Die Besorgnis erregende Entwicklung auf dem Gebiet des Gendopings könnte tödliche Folgen haben. "Wenn man Repoxygen einsetzt, wird die Person sehr wahrscheinlich sterben", warnte FIS-Medizinchef Bengt Saltin.

FIS-Medizinchef Bengt Saltin hat vor dem Todesrisiko beim Einsatz von Gendoping gewarnt und eine Änderung der Regeln zur Überführung der möglichen Täter gefordert. "Repoxygen wird ein sehr gutes Medikament für Nierenpatienten sein - und eine echte Bedrohung für den Sport. Aber noch beträgt das Risiko fast 100 Prozent. Wenn man es einsetzt, wird die Person sehr wahrscheinlich sterben", sagte Saltin in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Bislang nur beim Affen erprobt

Der Vorsitzende der Medizinischen Kommission des Internationalen Skiverbandes FIS hält es für "nahezu ausgeschlossen", dass das zur Bekämpfung von Blutarmut entwickelte und bislang nur beim Affen erprobte Medikament bereits bei den Olympischen Winterspielen in Turin eingesetzt wird. Saltin will bei Olympia aber möglicherweise nach Indizien für Gendoping suchen: "Wenn wir die Erlaubnis bekommen würden, zusätzliche Untersuchungen des Blutes vorzunehmen, und würden nach erhöhten Epo-Werten suchen, diente dies lediglich wissenschaftlichen Zwecken. Wir würden herausfinden, was wirklich vorgeht - und das im Hinterkopf behalten für künftige Maßnahmen."

Mögliche Täter könnten nicht überführt werden, da Gendoping nicht direkt nachzuweisen ist. "Es ist unmöglich, das Gen zu finden. Deshalb müssen die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, nach Indizien zu urteilen", fordert Saltin. Dabei würde es an entsprechend einfachen Nachweismethoden würde es nicht fehlen, die Regeln lassen aber diesen Ansatz bislang nicht zu: "Ich verstehe nicht, warum. Wenn man diese Blutuntersuchungen zuließe, wäre Gendoping leicht nachweisbar." Saltin wies daraufhin, dass Gendoping eine "völlig andere Dimension" als die herkömmlichen Mittel zur Leistungssteigerung hat: "Wenn man ein Gen einsetzt, ist das etwas für den Rest des Lebens."

Nada will mit Pharmakonzernen kooperieren

Die nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) will derweil angesichts der Besorgnis erregenden Entwicklungen auf dem Gebiet des Gendopings mit der Pharmaindustrie zusammenarbeiten. "Wir werden in jedem Fall auf diese Unternehmen zugehen. Wir streben den Austausch und die Partnerschaft mit dem Pharmasektor an", sagte Nada-Geschäftsführer Roland Augustin dem Sport-Informations-Dienst (sid).

© SID

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