Leichtathletik Doping
Gatlin-Anwälte fordern Reduzierung der Sperre

Die Anwälte des für acht Jahre gesperrten 100m-Olympiasiegers Justin Gatlin wollen eine deutliche Reduzierung der Sperre erwirken. "Unser Ziel sind weniger als zwei Jahre", erklärte Gatlin-Rechtsbeistand Cameron Myler.

Der "Fall Gatlin" ist offenbar noch nicht abgeschlossen: Für eine deutliche Reduzierung der Sperre setzen sich derzeit die Anwälte des als Wiederholungstäter für acht Jahre gesperrten 100m-Olympiasiegers ein. "Unser Ziel sind weniger als zwei Jahre", erklärte Gatlins Rechtsbeistand Cameron Myler in den US-Medien. "Wir wollen, dass er so schnell wie möglich laufen kann", sagte Myler, ohne jedoch etwas von der Verhandlungstaktik Preis zu geben.

Die in erster Instanz verhängte achtjährige Sperre durch die US-Anti-Doping-Agentur Usada würde für den 24-jährigen Gatlin, der zudem seinen Weltrekord (9,77 Sekunden) verloren hat, wohl das Karriereende bedeuten.

Sportgerichtshof in Lausanne als zweite Instanz

"Die zweite Instanz wäre jetzt der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne. Das ist bei den Amerikanern klar geregelt", erklärt Roland Augustin, Geschäftsführer der deutschen Nationalen Anti-Doping-Agentur mit Sitz in Bonn. Der Gatlin-Seite bleiben nun sechs Monate Zeit, den CAS anzurufen.

"Wir würden auch weniger als acht Jahre akzeptieren, aber vier sind das Minimum", sagt Nick Davies, Medien-Direktor des Leichtathletik-Weltverbandes Iaaf. Man wolle aber wissen, wie das Testosteron in Gatlins Körper gelangt sei. "Vielleicht führt das zu weiteren Verurteilungen."

Usada stellt Kronzeugenregelung in Aussicht

Die Usada hat Gatlin bereits eine Kronzeugenregelung für den Fall in Aussicht gestellt, dass er gegen seinen stark verdächtigen Trainer Trevor Graham aussagt, der inklusive Gatlin schon neun Athleten betreute, die positiv getestet wurden. Graham hatte kurz nach Bekanntwerden des Falls behauptet, ein Masseur hätte Gatlin ohne dessen Wissen mit einer testosteronhaltigen Salbe eingerieben. Der Betreuer wies den Vorwurf jedoch umgehend zurück.

Gatlin war am Dienstag wegen Testosteron-Dopings zu einer Acht-Jahres-Sperre verurteilt worden, zudem wurde das Ergebnis seines Weltrekordrennens am 12. Mai in Doha/Katar gestrichen. Der positive Test stammte vom 22. April dieses Jahres. Bereits 2001 war Gatlin positiv auf Amphetamine getestet worden, weshalb ihm nun sogar eine lebenslange Sperre gedroht hatte.

© SID

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