Leichtathletik Doping
Gatlin beklagt "geraubte Chance"

Justin Gatlin hat geschockt auf seine vierjährige Dopingsperre reagiert: "Ich bin um die Chance beraubt worden, meine Karriere zu einem Ende zu bringen", sagte der 100m-Olympiasieger, dessen Strafe halbiert worden war.

Mit der Halbierung seiner Dopingsperre auf vier Jahre ist das Olympia-Aus für Justin Gatlin perfekt, deshalb sieht sich der 100m-Olympiasieger als Opfer eines nicht funktionierenden Anti-Doping-Systems. Zugleich kündigte er an, gegen das Urteil des Schiedsgerichts der American Arbitration Association (AAA) weiter vorgehen zu wollen. Um keine Zeit zu verlieren, bliebe ihm allerdings nur der Weg vor den Sportgerichtshof CAS in Lausanne.

"Ich werde weiter kämpfen"

"Ich werde weiter kämpfen", sagte der 25-Jährige der Washington Post: "In meinem Herzen weiß ich, dass ich nichts Unrechtes getan habe. Ich bin um die Chance beraubt worden, meine Karriere zu einem Ende zu bringen." Die US-Anti-Doping-Agentur (Usada) hatte am Dienstag bestätigt, dass ein Schiedsgericht mit 2: 1-Richterstimmen die ursprüngliche Achtjahressperre halbierte, Gatlin wollte eine Viertelung.

Der ehemalige Co-Weltrekordler und Doppel-Weltmeister von Helsinki war am 22. April 2006 positiv auf Testosteron getestet worden, nachdem er bereits als 19-Jähriger 2001 bei den US-Juniorenmeisterschaften mit Amphetaminen (Aderall) erwischt und für zwei Jahre gesperrt worden war.

Zwar erteilte der Leichtathletik-Weltverband Iaaf dem Sprinter, der das positive Testergebnis als Resultat einer bis in seine Kindheit zurückreichenden Medikation erklärt hatte, zum 1. Juli 2002 wieder das Startrecht, drohte ihm aber im Wiederholungsfall eine lebenslange Sperre an. Dieser entging er im Testosteron-Fall durch seine Kooperation mit der Usada und wurde nur für acht Jahre gesperrt, woraus nun eine Sperre bis 24. Mai 2010 geworden ist.

"Alles was ich getan habe, um meine Unschuld zu beweisen, hat nichts genützt", klagt Gatlin: "Ich habe das Gefühl in einer Bank eingeschlossen zu sein, die ausgeraubt wurde, und plötzlich werde ich selbst beschuldigt."

Außer dem direkten Schritt zum CAS gäbe es für Gatlin noch den Umweg über die Iaaf. Wenn der Weltverband rückwirkend für den ersten Fall feststellen würde, dass Gatlin 2001 "keinen Fehler" begangen habe, könnte das AAA-Schiedsgericht seine Entscheidung überdenken, schreiben die Richter und bringen den in Pensacola/Florida lebenden Gatlin schier zur Verzweifelung: "Hier ist zuviel Politik und zu wenig Menschenverstand im Spiel."s

© SID

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