Leichtathletik Doping
Harting verteidigt Trainer gegen Dopingvorwürfe

Diskuswerfer Robert Harting hat Werner Goldmann gegen die Dopingvorwürfe verteidigt. Dem Trainer wird vorgeworfen, in der DDR seinen Sportlern Anabolika verabreicht zu haben.

Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting hat seinen mit Dopingvorwürfen aus der DDR-Vergangenheit konfrontierten Trainer Werner Goldmann verteidigt. "Er ist jetzt seit 18 Jahren Trainer im wiedervereinigten Deutschland. Wenn man kein Vertrauen in ihn hat, hätte man das doch schon vorher sagen können und nicht anderthalb Wochen vor Olympia", sagte der 23-Jährige, der bei den Sommerspielen in Peking eine von wenigen deutschen Medaillenhoffnungen in der Leichtathletik ist: "Deutschland ist das einzige Land, wo man sich dafür entschuldigen muss, gut zu sein. In anderen Ländern gibt es ähnliche Fälle, aber da schert sich niemand drum."

Ihm sei die Vorfreude auf die Spiele beim Lesen der Nachricht abhanden gekommen, erklärte Harting weiter. Wie er selbst mit der Situation umgehen werde, sei aber noch nicht entschieden: "Wir werden uns am Mittwochabend noch einmal zusammensetzen und die Lage besprechen."

Dosb prüft Goldmanns Nominierung

Goldmann, der sich nicht zu den Vorwürfen äußern wollte, wurde vom ehemaligen Kugelstoßer Gerd Jacobs in der ZDF-Dokumentation "Mission Gold: Wie sauber sind die Spiele?" beschuldigt, ihm Anfang der 80er Jahre das Anabolikum Oral-Turinabol verabreicht zu haben. Jacobs, der vom Bundesverwaltungsamt als Dopingopfer anerkannt wurde, war damals Trainingspartner von Kugelstoß-Weltrekordler Ulf Timmermann.

Der Deutsche Olympische Sportbund (Dosb) prüft laut Generaldirektor Michael Vesper derzeit die bereits erfolgte Nominierung Goldmanns für die Sommerspiele in Peking (8. bis 24. August).

Die Nominierungsrichtlinien des Dosb sehen vor, dass dopingbelastete Betreuer und Ärzte nicht in die Olympiamannschaft berufen werden. Vesper erklärte im ZDF, Goldmann habe eine Ehrenerklärung unterschrieben, dass er nie etwas mit Doping zu tun gehabt habe. Wenn die Dopingvorwürfe zuträfen, "und er das bestätigt, hätte er etwas unterschrieben, was er so nicht hätte unterschreiben dürfen", so Vesper.

Vorwürfe schon Ende der 90er Jahre

Bereits Ende der 90er Jahre hatten zwei ehemalige Athletinnen Goldmann vorgeworfen, ihnen als Minderjährige Dopingmittel gegeben zu haben. Ein Strafverfahren gegen ihn wurde damals gegen Auflage von umgerechnet 2 000 Euro eingestellt.

Goldmann, der Harting im Vorjahr zum Vizeweltmeister machte, erklärte im ZDF: "Wir haben unsere, wenn man so will, Strafe oder - sagen wir mal so - unser Verfahren gehabt." Zugleich betonte der Coach, er habe niemanden geschädigt.

Unterdessen hat Harting seine verletzte Fingerkuppe, wegen der er mehrere Tage mit dem Wurftraining aussetzen musste, dank einer Schutzkappe wieder im Griff. "Ich werde meinen letzten Test am Freitag bei der DLV-Gala in Wattenscheid machen. Am Montag geht es dann ins Trainingslager nach Japan."

© SID

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