Leichtathletik Doping
Prozess zwischen Lagat und Iaaf noch nicht zu Ende

Der Gerichtsstreit zwischen 1 500-m-Läufer Bernard Lagat und dem Leichtathletik-Weltverband Iaaf geht weiter. "Ich habe am Dienstag das Widerrufsschreiben verschickt", erklärte Lagat-Anwalt Michael Lehner.

Beim Gerichtsstreit zwischen dem 1 500-m-Olympiazweiten Bernard Lagat (30) und dem Leichtathletik-Weltverband Iaaf wegen falscher Blutdoping-Anschuldigungen ist immer noch kein Ende abzusehen. "Ich habe am Dienstag das Widerrufsschreiben verschickt", erklärte Lagat-Anwalt Michael Lehner (Heidelberg) dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Am 2. November hatten sich beide Seiten vor dem Kölner Landgericht auf einen Vergleich auf Widerruf verständigt, der jetzt jedoch hinfällig ist. Die Widerrufsfrist wäre in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag abgelaufen. Die Iaaf wollte die Vereinbarung annehmen. Bestandteile des Vergleichs waren eine Ehrenerklärung der Iaaf für Lagat und seinerseits ein Verzicht auf weitere Schadensersatzforderungen gegenüber dem Verband.

"Das hat sich die Iaaf selbst zuzuschreiben"

"Das hat sich die Iaaf selbst zuzuschreiben. Sie hat nach der Einigung in weltweiten Pressemitteilungen die Einigung noch kleiner gemacht, als sie ohnehin schon war", so Lehner. Es werde nun weitere Zeugenanhörungen vor dem Kölner Landgericht geben.

In dem Streit geht es um eine Schadensersatzforderung in Höhe von 500 000 Euro wegen falscher Blutdoping-Anschuldigungen. Der in Kenia geborene Lagat, der mittlerweile für die USA startet, hatte wegen des Doping-Verdachts vor zwei Jahren nicht an den Weltmeisterschaften in Paris und mehreren internationalen Sportfesten teilnehmen können. In der A-Probe einer Trainingskontrolle vom August 2003 hatte das Kölner Antidoping-Labor das Blutdopingmittel Erythropoietin (EPO) nachgewiesen. Der Verdacht bestätigte sich in der B-Probe jedoch nicht.

"EPO-Test wissenschaftlich nicht haltbar"

Durch den Fortgang des Prozesses kommt nun möglicherweise doch noch das aktuelle EPO-Testverfahren auf den Prüfstand. Denn das könnte aus Sicht des Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke Grund für das falsche Testergebniss sein. "Der EPO-Test ist wissenschaftlich nicht haltbar", sagt Franke. Auch das Kölner Antidoping-Labor könnte in das Verfahren verwickelt werden, da dort die Probe analysiert worden war.

© SID

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