Leichtathletik Doping
Rogge für Olympiasperre von Dopingsündern

Jacques Rogge hat eine Olympiasperre für Dopingsünder vorgeschlagen. Der IOC-Präsident erwägt, positiv getestete Sportler mit einer Sperre von mehr als sechs Monaten automatisch für die kommenden Spiele zu sperren.

Jacques Rogge erwägt drastische Maßnahmen: Der IOC-Präsident hat eine Olympiasperre für Dopingsünder nach deutschem Beispiel vorgeschlagen. Demnach sollen künftig positiv getestete Sportler, die eine Sperre von mehr als sechs Monaten erhalten, automatisch für die kommenden Olympischen Spiele gesperrt werden. Rogge stellte die Idee bei der Leichtathletik-WM in Osaka vor.

"Die Botschaft an den Athleten lautet: Wenn du betrügst, dann gibt es keine Olympischen Spiele für dich", sagte Rogge. Allerdings kann eine solche Neuerung erst nach den Sommerspielen 2008 in Peking greifen.

Bach: "Möglicherweise schon ab Vancouver 2010"

"Sie tritt möglicherweise schon ab Vancouver 2010 in Kraft, spätestens aber ab London 2012", sagte IOC-Vize Thomas Bach als Leiter der Juristischen IOC-Kommission. Erste Voraussetzung sei die Änderung des Wada-Codes auf der Welt-Antidoping-Konferenz im November in Madrid, danach müssten die IOC-Zulassungsbestimmungen angeglichen werden.

Für des Dopings überführte deutsche Sportler gilt dagegen die Olympia-Sperre bereits jetzt. Dies sehen die Nominierungskriterien des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) für Peking vor: "Wir würden es sehr begrüßen, wenn dies bald internationaler Maßstab wird", sagte Bach.

Die IOC-Exekutive unterstützte darüber hinaus den Wunsch des Leichtathletik-Weltverbandes Iaaf nach einer Erhöhung der Sperren bei besonders schweren Dopingvergehen von zwei auf vier Jahre auch schon bei Erstvergehen. IOC und Iaaf wollen einen entsprechenden gemeinsamen Antrag auf Änderung des Wada-Codes in Madrid einreichen.

Er sieht auch zusätzliche finanzielle Sanktionen vor. Bach wies darauf hin, dass man in diesem Punkt allerdings auf die Umsetzung durch die Regierungen angewiesen sei, die wirtschaftliche Strafen gesetzlich absichern müssten.

Für die Olympischen Spiele 2012 kündigte Rogge eine weitere Erhöhung der Zahl von Dopingtests an. Bei den Sommerspielen in London sollen insgesamt 5 500 Test durchgeführt werden, für Peking 2008 sind 4 500 Tests vorgesehen, nach 2 800 in Sydney 2000 und 3 700 in Athen 2004.

© SID

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