Leichtathletik Doping
Schänzer bestätigt Gerüchte um EPO-Mini-Dosierung

Laut Professor Wilhelm Schänzer sind Gerüchte von Mini-Dosierungen des Blutdopingmittels EPO in Fachkreisen schon seit "ein bis zwei Jahren" ein Thema. "Wir vermuten das schon länger", so der Kölner Doping-Jäger.

Der Kölner Doping-Jäger Professor Wilhelm Schänzer hat bestätigt, dass Gerüchte von Mini-Dosierungen des Blutdopingmittels EPO in Fachkreisen schon seit "ein bis zwei Jahren" ein Thema sind. Die spanische Tageszeitung El Pais hatte in ihrer Donnerstag-Ausgabe behauptet, diese Maßnahme werde im russischen Leichtathletik-Team angewendet, und damit bei der EM in Göteborg für Aufsehen gesorgt. "Wir vermuten das schon länger", sagte Schänzer dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Die Methode sei "sehr wirkungsvoll" und funktioniere wie folgt: "Im Vorfeld muss man in einem Zeitraum, in dem nicht mit Kontrollen zu rechnen ist, höhere EPO-Dosierungen anwenden. Danach muss man den Pegel mit minimalen Dosierungen aufrechterhalten, um auch die körpereigene Produktion anzukurbeln." Dies sei nicht hundertprozentig nachzuweisen.

"Einfach öfter kontrollieren"

Für Schänzer gibt es nur eine Methode, dem entgegenzuwirken: "Man muss in den entsprechenden Zeiträumen einfach öfter kontrollieren." Der Biochemiker hält den Gebrauch von Kleinstdosierungen für "organisierten Betrug", denn ein Athlet könne ihn nicht alleine durchführen. "Dazu muss man zwischendurch immer wieder kontrollieren, und dafür braucht man das nötige Umfeld und die entsprechende Logistik", so Schänzer.

Dass in dem Zeitungsartikel Marokko als ein EPO-Produktions- und Umschlagsland genannt wird, überrascht Schänzer nicht: "Wir sprechen derzeit immer von Russland und Spanien. Aber es gibt sicher noch viele andere Länder, in denen sich ein EPO-Handel gut durchführen ließe."

In Göteborg kontrolliert der Europäische Leichtathletik-Verband (EAA) auch auf EPO. Inklusive der Urin-Tests sind 315 Proben vorgesehen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%