Leichtathletik Doping
USA verliert auch Staffel-Medaillen von Sydney

Nachdem Marion Jones ihr Olympia-Gold von Sydney wegen Dopings nachträglich aberkannt wurde, müssen nun auch die US-Staffeln über 4x100m und 4x400m ihre Medaillen abgeben.

Der Dopingskandal um Marion Jones hat eine komplette Neuverteilung der Olympia-Medaillen von 2000 zur Folge. Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees hat am Donnerstag in Peking den USA zwei Staffel-Medaillen in der Frauen-Leichtathletik von Sydney aberkannt. Nachdem im Dezember bereits die dopinggeständige Jones disqualifiziert worden war, darf das USA-Team nun Gold über 4x400m und Bronze über 4x100m nicht behalten. In beiden Wettbewerben gehörte Jones zur Staffel.

Die Entscheidung über eine Neuverteilung der Medaillen wurde wie im Fall der übrigen Jones-Medaillen zurückgestellt bis zur Klärung letzter Fragen im Skandal um das kalifornische Dopinglabor Balco. Bis dahin soll das Nationale Olympische Komitee der USA (Usoc) auch Urkunden und Medaillen der US-Staffelläuferinnen ans IOC zurückgeben. Marion Jones hatte ihre drei Gold- und zwei Bronzemedaillen bereits vergangenes Jahr ausgehändigt.

Jones hatte Gold über 100 und 200m sowie Bronze im Weitsprung verloren. Die Neuvergabe ist besonders im Fall des 100m-Goldes problematisch. Die zweitplatzierte Griechin Ekaterini Thanou war 2004 in Athen nach ihrer Flucht vor Dopingkontrolleuren von den Spielen ausgeschlossen und später für zwei Jahre gesperrt worden.

Rücken im Falle der Frauen-Staffeln die Nächstplatzierten nach, würde Jamaika Olympiasieger über 4x400m vor Russland und Nigeria. Über 4x100m würde Frankreich Bronze erhalten, Deutschland auf Rang fünf vorrücken. Das IOC hatte vor drei Jahren den USA das Sydney-Gold über 4x400m der Männer nicht aberkannt, sondern nur den damaligen 400m-Weltmeister Jerome Young disqualifiziert. Als Wiederholungstäter war dieser von der Anti-Doping-Agentur der USA (Usada) lebenslang gesperrt worden. Dagegen konnte Weltrekordler Michael Johnson das Gold behalten.

Die IOC-Executive machte am Donnerstag in Peking deutlich, dieser Fall habe anders gelegen. Damals sei Young nur im Vorlauf gestartet, sein Dopingdelikt habe aus der Zeit vor Olympia gestammt. Jones dagegen sei in beiden Finals gelaufen und laut Geständnis auch während Olympia 2000 gedopt gewesen.

© SID

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