Leichtathletik EM
Blaschek läuft zu Silber über die Hürden

Mit einer Silbermedaille ist der 110-m-Hürdensprint von Thomas Blaschek in 13,36 Sekunden belohnt worden. Den Titel holte sich der Lette Stanislav Olijar (13,24). Jens Werrmann wurde Sechster.

Mit der Deutschland-Fahne wischte sich Thomas Blaschek nach dem Hürden-Endlauf die Freudentränen aus den Augen. "Mit Silber bin ich überglücklich. Das ist mein größter Erfolg, da ist es normal, wenn man auch ein paar Tränen vergießt", sagte Thomas Blaschek nach Platz zwei über 110m Hürden bei der Leichtathletik-EM in Göteborg. 13,46 Sekunden war der Leipziger im Finale gelaufen, nur Europas Jahresbester Stanislavs Olijars aus Lettland war in 13,24 schneller über die Hürden gegangen.

Mit einem gewagten Zielsprung schob sich Blaschek auf den letzten Metern noch am Briten Andy Turner (13,52) vorbei, dem wie bei den Commonwealth Spielen im Frühjahr Bronze blieb. Sofort zeigte der 25-Jährige mit dem Finger nach oben, als wollte er der Jury schon vorsorglich mitteilen: "Ich war´s" und damit ein Hin und Her wie bei seiner Disziplinkollegin Kirsten Bolm am späten Freitagabend verhindern. "Ich habe es erst geglaubt, als alle Namen auf der Anzeigetafel standen und meiner an zweiter Stelle."

Für Werrmann wird Traum wahr

Einen Höhenflug erlebte bei den Titelkämpfen auch der U20-WM-Achte Jens Werrmann: "Ich bin so begeistert. Ein Traum ist für mich wahr geworden, ich bin unter den besten Acht in Europa", meinte der 21-Jährige aus Zweibrücken nach Platz sechs in 13,73 Sekunden. Im Vorlauf hatte er seine Bestzeit um zwei Hundertstelsekunden auf 13,60 gesteigert und diese Leistung im Halbfinale wiederholt. Titelverteidiger Colin Jackson (Großbritannien) war nicht dabei, da er seine Karriere mittlerweile beendet hat, Weltmeister Ladji Doucoure (Frankreich) im Halbfinale in 13,87 ausgeschieden.

Noch in der Mixed-Zone hatte Blaschek die Deutschland-Fahne um seine Schultern gelegt: "All der Aufwand hat sich gelohnt, ich weiß jetzt gar nicht, was ich sagen soll." Gut hatte der Schützling von Cheik-Idriss Gonschinska ins Rennen gefunden, dann jedoch an Boden verloren und erst an den letzten beiden Hürden wieder Rang zwei erobert: "Als ich gesehen habe, dass ich zurückfalle, habe ich mich noch einmal richtig zusammengerissen." Mit dem EM-Silber machte er zugleich seinen Eltern ein Geschenk, die zum 30. Hochzeitstag nach Prag gefahren waren und dort das Rennen ihres Sohnes am Fernsehschirm verfolgt hatten.

Seine beste Zeit der Titelkämpfe war er schon im Halbfinale in 13,27 Sekunden gelaufen. Dabei wehte allerdings der Wind mit 3,0m/s zu stark von hinten. "Die Zeit ist wunderbar, denn der Rückenwind ist für mich kein Vorteil, dann habe ich das Problem, an die nächste Hürde zu dicht ranzukommen." Die reguläre Bestzeit von Blaschek steht bei 13,33 Sekunden.

© SID

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