Leichtathletik EM
Bolm holt Silber für den DLV

Über 100m Hürden ist Kirsten Bolm bei der EM in Göteborg zu Silber gelaufen. In einer hochklassigen Hochsprung-Konkurrenz musste sich Lokalmatadorin Kajsa Bergqvist mit Rang drei zufrieden geben, es siegte Tia Hellebaut.

Aus deutscher Sicht sorgte Kirsten Bolm für das Highlight am fünften Tag der Europameisterschaften der Leichtathleten in Göteborg. Über 100m Hürden konnte die deutsche Sprinterin im Ziel Silber bejubeln, nach Ergebnis-Korrektur wurde sie aber im Foto-Finish mit Irlands Hallen-Weltmeisterin Derval O´Rourke auf den dritten Platz zurückgesetzt. Ein Protest des DLV hatte am späten Abend schließlich Erfolg und brachte Bolm enbenso wie der Irin Silber. Mit der fünften Medaille setzte die 31 Jahre alte Mannheimerin in 12,72 Sekunden die deutsche Erfolgserie bei der EM fort. Im Zehnkampf fehlten Pascal Behrenbruch (Frankfurt/Main), Ersatzmann des verletzten Hallen-Weltmeisters Andre Niklaus (Berlin), mit 8 209 Punkten 141 Zähler an Bronze.

"Ich bin mal wieder schlecht gestartet", meinte Kirsten Bolm, die danach mit Susanna Kallur eine Ehrenrunde lief. Schwedens Favoritin, die in 12,59 Sekunden vom Gros der 32 000 Zuschauer förmlich zum Gold geschrien wurde - offenbar erfolgreicher als die nur mit Bronze belohnte Hochsprung-Weltmeisterin Kajsa Bergqvist - war diesmal im Finish leider unschlagbar.

DLV legt gegen Bronze Protest ein

Kirsten Bolm, die nach Rang vier bei der WM 2005 ihre erste große Freiluft-Medaille gewann, hatte in der Halle schon EM-Silber (2002) und Bronze (2005) geholt. "Gegen eine Kallur in dieser Form war Gold nicht möglich. Schade, dass die Irin noch dazwischen kam", meinte Trainer Rüdiger Harksen, der bei Olympia 1988 in Seoul auch Claudia Zaczkiewicz zu Hürden-Bronze geführt hatte. Der DLV legte gegen die Bronze-Entscheidung anschließend Protest ein.

Als erster Zehnkämpfer seit dem britischen Olympiasieger Daley Thompson konnte Weltrekordler Roman Sebrle einen EM-Titel verteidigen. Der Olympiasieger aus Tschechien wurde mit 8 526 Punkten König der Athleten. Der phantastisch kämpfende Pascal Behrenbruch erzielte sechs persönliche Bestleistungen und steigerte sich im Zehnkampf um zehn Zähler. Siebter wurde der Leverkusener Stefan Drews mit 8 105 Punkten. Dagegen stieg der frühere Junioren-Weltmeister Dennis Leyckes (Uerdingen) nach vorherigen Patzern und drei ungültigen Versuchen bei seiner Anfangshöhe in seiner Paradedisziplin Stabhochsprung aus.

Doppel-Gold für Belgien

Markus Esser (Leverkusen), ebenfalls WM-Vierter, musste dagegen seine Medaillenhoffnungen auf Samstag vertagen, da der Hammerwurf nach heftigen Regengüssen wegen zeitlicher Kollision mit dem Speerwurf des Zehnkampfs verschoben wurde.

Bei Temperaturen von deutlich unter 20 Grad gewann die frühere Siebenkämpferin Tia Hellebaut mit 2,03m überraschend das zweite Gold für Belgiens Frauen, Minuten später ließ Sprintstar Kim Gevaert über 200m das dritte folgen. In 22,69 Sekunden schaffte sie nach dem 100-m-Sieg wie zuvor Francis Obikwelu (Portugal) das Double, als erste Frau übrigens seit Irina Priwalowa (Russland/1994). Ausgeschieden war im 200-m-Halbfinale die deutsche Meisterin Jala Gangnus (LG Weserbergland). Das erste Gold für Finnland gewann überraschend Jukka Keskisalo in 8:24,89 Minuten über 3000m Hindernis.

Lammert und Kleinert locker im Finale

Das deutsche Kugelstoß-Duo erreichte das EM-Finale in Kurzarbeit gleich im ersten Versuch und darf zumindest auf Bronze hoffen hinter den Weißrussinnen Nadeschda Ostaptschuk und Natalja Choroneko. "Besser hätte es nicht laufen können", sagte die Olympiazweite Nadine Kleinert (Magdeburg) nach ausgestandener Schultereckgelenk-Verletzung über ihre Tagesbestweite von 18,75m. Die 2005 in Helsinki noch in der WM-Qualifikation gescheiterte Weltranglisten-Dritte Petra Lammert (Neubrandenburg) schaffte nach ihrer Kapselverletzung an der Wurfhand locker 18,02m.

Das Halbfinale über 110m Hürden erreichten Thomas Blaschek und Jens Werrmann. Der Leipziger Bronze-Aspirant Blaschek schaffte dies nach einem Blitzstart im Schongang (13,65) und meinte: "Technisch war das noch nicht so gut." Der Zweibrücker Aufsteiger Werrmann meinte nach persönlicher Bestzeit von 13,60 Sekunden: "Es ist noch mehr drin, aber das hebe ich mir für Samstag auf."

© SID

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