Leichtathletik EM
Deutsche Athleten enttäuschen auch am Schlusstag

Auch am Schlusstag des Leichtathletik-Europacups in Malaga haben die deutschen Sportler enttäuscht. Die Olympiavierte Betty Heidler legte vier ungültige Versuche beim Hammerwurf in Folge hin.

Die Hoffnungen auf einen aus deutscher Sicht erfolgreichen Schlusstag beim Leichtathletik-Europacup sind enttäuscht worden: Vier ungültige Hammerwurf-Versuche der Olympiavierten Betty Heidler (LG Frankfurt) raubten den deutschen Frauen im spanischen Malaga jede Chance auf eine erfolgreiche Aufholjagd. Die Hoffnung auf Platz zwei und den damit verbundenen Start beim Weltcup Mitte September in Athen war auch für die Männer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) nach dem ersten Tag schon praktisch dahin. Die deutschen Männer lagen zu diesem Zeitpunkt als Titelverteidiger auf einem Abstiegsplatz, doch sie gehören auch 2007 zur Superliga, weil Deutschland dann in München Gastgeber ist.

"Es wäre nicht unmöglich gewesen, das Ziel Weltcup nach dem ersten Tag zumindest mit einer Mannschaft zu erreichen. Aber wir vergessen jetzt den Europacup und bereiten uns auf die EM in Göteborg vor", kommentierte der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow, der in Malaga das größte Frusterlebnis seit Amtsübernahme nach Olympia 2004 in Athen verzeichnete. Dabei hatten die DLV-Männer am Vortag durch den Europäischen Leichtathletik-Verband (EAA) nachträglich noch den Europacupsieg 2002 zugesprochen bekommen, weil die Briten wegen der Dopingaffäre um den disqualifizierten 100-m-Europameister Dwayne Chambers dessen Punkte verloren.

"Noch tiefer geht es nicht"

"Ich dachte, Helsinki wäre überwunden. Mir tut es für die Mannschaft wahnsinnig leid. Noch tiefer geht es nicht", meinte Betty Heidler, die im Vorjahr bei der WM in der Qualifikation gescheitert war, aber die damit verbundenen Probleme als verarbeitet angesehen hatte. "Aber manchmal ist mein Kopf wohl nicht frei. Dabei lief vor dem Wettkampf alles normal, ich war motiviert, hatte normale Spannung. Selbst in den letzten Versuch ging ich ohne Zittern", meinte Betty Heidler, deren Hammer sich jedes Mal in den Maschen des Wurfkäfigs verfing. Dabei hätten der deutschen Rekordlerin (75,38m) hinter der russischen Weltrekordlerin Tatjana Lysenko (76,50) lächerlich anmutende 68,17m für Rang zwei gereicht.

Doch so fiel das deutsche Team, das am Vortag bereits die Disqualifikation der 4x100-m-Staffel und zwei letzte Plätze im Hindernislauf und über 400m Hürden verdauen musste, zwischenzeitlich auf Rang sieben zurück, während Russland wie bei den Männern klar führte und seinem ersten Doppelsieg seit 1993 entgegenstrebte. Die russischen Frauen hatten 2005 bereits zum neunten Mal in Serie gewonnen.

Börgeling verlor den Kampf gegen den Wind

Lars Börgeling, vor vier Jahren in München EM-Zweiter, machte den angesichts des unberechenbaren Windes verhängnisvollen Fehler, erst bei 5,55m in den Wettbewerb einzusteigen. An dieser Höhe scheiterten auch fünf andere Stabhochspringer, doch diese waren zuvor erfolgreich bei niedrigeren Höhen eingestiegen.

So nutzte letztlich den deutschen Frauen auch der zweite Sieg nach dem Diskuserfolg von Weltmeisterin Franka Dietzsch am Vortag nichts mehr. Die ebenfalls bei Dieter Kollark in Neubrandenburg trainierende Kugelstoßerin Petra Lammert steigerte sich zum Abschluss sogar auf 19,36m und lag mehr als einen Meter vor der Konkurrenz. Gute Zweite über 100m Hürden wurde in 12,74 Sekunden die Mannheimer WM-Vierte Kirsten Bolm.

Ähnlich verbesserte auch der zweite Rang des fünfmaligen Diskusweltmeisters Lars Riedel mit 63,47m hinter dem unerwartet starken Polen Pjotr Malachowski (66,21) die Situation bei den Männern nur geringfügig. Für den am Vortag 39 Jahre alt gewordenen Atlanta-Olympiasieger war es beim sechsten Europacup-Start die erste Niederlage. Für die letzte Pleite sorgte 200-m-Hallen-Europameister Tobias Unger (Kornwestheim), der in 21,17 Letzter wurde und die Erfüllung der EM-Norm (20,65) klar verpasste.

© SID

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